Ex-Airbus-Chef Enders zerpflückt Deutschlands teure Kampfflugzeug-Pläne als "kolossalen Fehler"

Lea Braun
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Ein deutsches Propagandaplakat aus dem Zweiten Weltkrieg, das eine Gruppe von Kampfflugzeugen in der Luft zeigt und ihre Fähigkeiten beschreibt.Lea Braun

Ex-Airbus-Chef Enders zerpflückt Deutschlands teure Kampfflugzeug-Pläne als "kolossalen Fehler"

Der ehemalige Airbus-Chef Thomas Enders hat die Pläne der Bundesländer Deutschlands für die Entwicklung eines neuen Kampfflugzeugs scharf kritisiert. Er bezeichnet das Vorhaben als Ressourcenverschwendung und warnt, es werde die Verteidigungsbudgets der Bundesländer jahrelang belasten. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit, in der auch die aktuelle Regierung den Nutzen bemannter Kampfflugzeuge in Zukunft infrage stellt.

Enders nannte ein allein von Deutschland betriebenes Kampfflugzeugprogramm "industriepolitische Hybris" und eine "kolossale Fehlallokation von Ressourcen" und warnte, es werde die Verteidigungsfähigkeiten Deutschlands nicht kurzfristig verbessern. Seine Meinung nach liegt die Zukunft der militärischen Luftfahrt in autonomen, KI-gesteuerten Drohnensystemen und nicht in herkömmlichen bemannten Jets. Unbemannte Kampfluftfahrzeuge (UCAVs) würden seiner Prognose zufolge innerhalb der nächsten zwei Jahrzehnte die Kriegsführung in Deutschland dominieren und teure Kampfflugzeugprojekte überflüssig machen.

Der frühere Manager bezeichnete zudem die Entscheidung von 2017, sich mit Frankreich statt mit Großbritannien zu verbünden, als "strategischen Fehler". Er riet Deutschland, sich stattdessen dem britischen GCAP-Programm anzuschließen oder mit Schweden zu kooperieren. Enders warnte, ein nationales Kampfflugzeugprojekt würde Gelder binden, ohne die Fähigkeiten der Luftwaffe kurzfristig zu verbessern.

Auch die Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz teilt einige dieser Bedenken. Merz hat öffentlich bezweifelt, ob bemannte Kampfflugzeuge in 20 Jahren noch relevant sein werden. Verteidigungsminister Boris Pistorius äußerte ebenfalls Skepsis gegenüber dem 100-Milliarden-Euro-Projekt FCAS mit Frankreich und verwies auf divergierende Anforderungen beider Länder. Aktuell plant die Regierung nicht, weitere F-35-Kampfjets zu beschaffen, und prüft, ob sie das Projekt mit Frankreich fortsetzen oder nach alternativen Partnerschaften suchen soll.

Enders forderte Deutschland auf, klug in aufstrebende Drohnentechnologien zu investieren, statt sich auf amerikanische Plattformen zu verlassen. Er betonte, das Land dürfe nicht die Fehler der Vergangenheit wiederholen, sondern müsse zukunftssichere Lösungen priorisieren.

Die Debatte über die deutsche Kampfflugzeugstrategie hält an, wobei sowohl Branchenexperten als auch die Regierung den Nutzen bemannter Flugzeuge hinterfragen. Enders' Plädoyer für Investitionen in autonome Systeme deckt sich mit den generellen Zweifeln an kostspieligen nationalen Großprojekten. Die endgültige Entscheidung wird die Verteidigungsfähigkeiten Deutschlands – und seinen Haushalt – auf Jahrzehnte prägen.

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