EU-Zölle gegen China: Warum deutsche Ökonomen jetzt härtere Maßnahmen fordern
Jana FuchsEU-Zölle gegen China: Warum deutsche Ökonomen jetzt härtere Maßnahmen fordern
Die EU hat Zölle auf chinesische Elektrofahrzeuge eingeführt, um unfaire Subventionen zu bekämpfen. Als Reaktion verhängte China eigene Abgaben auf EU-Milchprodukte und andere Waren. Nun fordern deutsche Ökonomen weitere Maßnahmen, um heimische Industrien vor der chinesischen Konkurrenz zu schützen.
Deutsche Industrieverbände warnen vor Überkapazitäten, Subventionen und Währungsmanipulation durch China. Sie drängen auf stärkere Abwehrmaßnahmen, doch umfassendere EU-weite Gegenmaßnahmen – insbesondere für den Maschinenbau – wurden bisher noch nicht vollständig umgesetzt.
Jürgen Matthes, Handelsökonom am Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln), plädiert dafür, Zölle einzusetzen, um unfaire Wettbewerbsbedingungen auszugleichen. Er betont, dass die Verhängung solcher Abgaben kein großes Hindernis darstelle, da etablierte Verfahren bereits bestünden. Die eigentliche Herausforderung liege darin, das Ausmaß unlauteren Wettbewerbs in verschiedenen Sektoren zu bewerten – vor allem dort, wo Subventionen und eine unterbewertete Währung den Markt verzerren.
Matthes nennt den Maschinenbau als besonders betroffenes Beispiel. Seiner Ansicht nach sollten Ausgleichszölle nur dort greifen, wo die inländische Produktion auch ohne Subventionen wettbewerbsfähig bleiben kann. Diese Zölle seien nicht als Strafmaßnahme oder protektionistisch gedacht, sondern dienten dazu, gleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen.
Der IW-Experte drängt die Bundesregierung zum schnellen Handeln. Zwar habe die EU bereits Schritte gegen chinesische Elektroautos eingeleitet, doch breiter angelegte Maßnahmen – insbesondere für den Maschinenbau – stünden noch aus. Deutsche Industrieverbände fordern nun abgestimmte Strategien zur "Risikominimierung", um Chinas wachsende wirtschaftliche Dominanz einzudämmen.
Die Debatte über Zölle eskaliert vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen zwischen der EU und China in Handelsfragen. Deutsche Ökonomen und Industrievertreter verlangen schnellere Schutzmaßnahmen für Schlüsselbranchen. Die nächsten Schritte hängen davon ab, wie zügig die Regierung unfaire Wettbewerbsbedingungen bewertet und gezielte Abgaben umsetzt.






