Treue-Apps versprechen Rabatte – doch lohnen sie sich wirklich für Verbraucher?
Jana FuchsEinkaufen sparen: Lohnt sich der Discounter, die Loyalty-App? - Treue-Apps versprechen Rabatte – doch lohnen sie sich wirklich für Verbraucher?
Treue-Apps von Supermärkten versprechen Rabatte und Bequemlichkeit – doch der tatsächliche Nutzen für Verbraucher fällt oft geringer aus als erwartet. Zwar helfen diese Tools beim Aufspüren von Schnäppchen, doch führen sie häufig zu spontanen Käufen und nur minimalen Ersparnissen. Experten warnen zudem vor versteckten Preistricks wie der Schrumpflation, bei der Produktgrößen schrumpfen, ohne dass die Preise entsprechend sinken.
Viele Treue-Apps wie Bring oder Pon gehen über reine Rabatte hinaus und bieten Zusatzfunktionen an. Bring liefert etwa Rezeptvorschläge, während Pon es Nutzern ermöglicht, Angebote nach Geschäften zu sortieren. Andere Apps wie Smhaggle oder Kaufda durchforsten Prospekte in der Umgebung, um die besten lokalen Deals hervorzuheben. Studien zeigen jedoch, dass die typischen Ersparnisse durch solche Apps selten mehr als ein Prozent des gesamten Einkaufswerts ausmachen.
Lange Fahrten zu Discountern lohnen sich oft nicht, da die Preise für Lebensmittel – selbst bei Eigenmarken und Markenprodukten – zwischen den Ketten ähnlich bleiben. Deutlichere Ersparnisse gibt es hingegen bei gezielten Aktionen, etwa wenn ein Liter Coca-Cola bei Trinkgut für 79 Cent angeboten wird, während Aldi Süd dafür 1,29 Euro verlangt.
Ein weiteres Problem ist die Schrumpflation, bei der Hersteller die Produktgrößen leise verringern, die Preise aber gleich lassen. Deutsche Verbraucherorganisationen wie die Verbraucherzentrale haben zwar kürzlich keine expliziten Warnungen zu dieser Praxis herausgegeben, doch raten sie auf ihren Websites zu Preisvergleichs-Apps, zum Wechseln der Marken und zum Beitritt in Einkaufsgemeinschaften, um die steigenden Kosten abzufedern.
Auch das vorausschauende Planen von Mahlzeiten und das konsequente Einhalten elektronischer Einkaufslisten können spontane Käufe eindämmen. So lassen sich Doppelkäufe vermeiden und die Ausgaben besser kontrollieren.
Treue-Apps und Preistracker können zwar Schnäppchen aufdecken, doch fallen die finanziellen Vorteile oft bescheiden aus. Wer Mahlzeiten plant, Preise vergleicht und wachsam gegenüber Schrumpflation bleibt, spart in der Regel mehr. Ohne achtsame Einkaufsgewohnheiten können selbst rabattierte Angebote am Ende die Gesamtausgaben für Lebensmittel in die Höhe treiben.






