Regierung bremst explodierende Spritpreise mit Notverordnung – doch hilft das?
Noah AlbrechtRegierung bremst explodierende Spritpreise mit Notverordnung – doch hilft das?
Spritpreise in Deutschland schnellen in die Höhe – Regierung greift mit Notverordnung ein
Seit einem halben Jahr steigen die Spritpreise in Deutschland rasant an und belasten Unternehmen sowie Pendler stark. Die Bundesregierung will nun mit einem befristeten Gesetz gegen die explodierenden Kosten vorgehen – doch ob die Maßnahme wirkt, bleibt ungewiss. Besonders betroffen sind Speditionen, Fahrschulen und Reisebusunternehmen, die unter den Rekordpreisen für Diesel und Benzin ächzen.
Seit Ende 2025 klettern die Preise an den Tankstellen kontinuierlich, was immer mehr Reisende in die Züge treibt. Wer auf Elektroautos oder die Bahn setzt, kommt vergleichsweise glimpflich davon, doch für alle anderen wird die Lage zunehmend schwierig. Die Busreiseveranstalterin Claudia Jansweidt-Hermann hat die Preise für ihre Touren 2027 vorerst ausgesetzt – die Kostenentwicklung sei schlicht nicht absehbar. Lars Rauer, Inhaber einer Fahrschule, erhöht hingegen die Gebühren für Fahrschüler, um die höheren Spritausgaben auszugleichen.
Neue Regeln: Nur noch eine Preiserhöhung pro Tag erlaubt Laut dem geplanten Gesetz dürfen Tankstellen die Preise künftig nur noch einmal täglich – und zwar mittags – anheben. Senkungen sind dagegen jederzeit möglich. Mineralölkonzerne, die sich nicht daran halten, müssen mit Bußgeldern von bis zu 100.000 Euro rechnen. Eine vom Staat eingesetzte Taskforce strebt an, die Preise unter zwei Euro pro Liter zu drücken, doch ob das gelingt, steht in den Sternen. Wird das Gesetz im Eiltempo verabschiedet, könnten die neuen Regeln noch vor Ostern in Kraft treten.
Bisher gibt es keine Hinweise darauf, wie Nachbarländer wie Frankreich, Polen oder Österreich mit ähnlichen Preissprüngen umgehen. Der Fokus liegt zunächst auf der deutschen Lösung.
Ziel: Preisschocks bremsen – doch viele Fragen bleiben offen Die Maßnahmen zielen zwar auf die Eindämmung der extrem schwankenden Spritpreise ab, doch zentrale Punkte sind ungeklärt. Speditionen, Fahrschulen und Reiseveranstalter müssen sich zunächst anpassen – und hoffen, dass die Kosten bald sinken. Ob das Gesetz tatsächlich Entlastung bringt, wird sich erst zeigen, wenn es vollständig umgesetzt ist.