17 March 2026, 10:06

Polizeirevier in Wuppertal verrottet: Beamte kämpfen mit Schimmel, Abwasser und Schädlingen

Polizeigebäude mit einem Schild, Fenstern, Türen, einer Namensplakette, einem Rohr, einem Baum und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

Polizeirevier in Wuppertal verrottet: Beamte kämpfen mit Schimmel, Abwasser und Schädlingen

Polizeistandort in Wuppertal verkommt in desolatem Zustand – Beamte arbeiten unter gefährlichen Bedingungen

Ein Polizeigebäude in Wuppertal leidet unter massivem Verfall, sodass Beamte unter gesundheitsgefährdenden Umständen arbeiten müssen. Wasserschäden, Schimmelbefall und Schädlingsplagen belasten die Immobilie, während marode Leitungen zu Abwasserlecks führen, die von den Mitarbeitern umgangen werden müssen. Gleichzeitig eskalieren Streitigkeiten über Sanierungskosten und Mieterhöhungen zwischen der lokalen Verwaltung und dem Innenministerium.

Die Wache an der Müngstener Straße, in der wichtige Einsatzkräfte und die Waffenverwaltung untergebracht sind, ist in einem Zustand fortschreitender Vernachlässigung. Beamte berichten, sie müssten aufgrund defekter Rohre durch Abwässer wateten, und provisorische Reparaturen hätten den allgemeinen Verfall kaum aufhalten können. Trotz der prekären Lage wurden bis März 2025 keine dringenden Sanierungsmaßnahmen eingeleitet.

Innenminister Herbert Reul hat zwar rund 1,1 Milliarden Euro für die Polizeiinfrastruktur im gesamten Bundesland gesichert, doch diese Mittel stehen erst ab 2030 zur Verfügung. Die Verzögerung bedeutet, dass die Wuppertaler Polizei von der zusätzlichen Milliarde vorerst keine Entlastung erfahren wird. Aktuell zahlt die Behörde etwa vier Millionen Euro Jahresmiete, doch nach den geplanten Sanierungen könnte sich dieser Betrag auf 30 Millionen Euro erhöhen.

Die Verhandlungen über die Zukunft des Standorts sind ins Stocken geraten, wobei der örtliche Polizepräsident seit Mitte Mai von den Gesprächen ausgeschlossen ist. Dieser weigert sich, die vorgeschlagene Mieterhöhung zu akzeptieren, und hat bereits Kündigungen für Teile der Gebäude erhalten. Minister Reul will den Standort zwar nicht aufgeben, diskutiert aber weiterhin über die finanzielle Belastung durch die notwendigen Instandsetzungen.

Die Wuppertaler Polizei wird noch Jahre lang unter den desolaten Bedingungen arbeiten müssen. Da die Sanierungsgelder erst 2030 fließen und kurzfristige Lösungen fehlen, müssen die Beamten mit unsicheren Arbeitsumfeldern zurechtkommen. Der Streit über Kosten und Verantwortlichkeiten lässt die Zukunft des Standorts vorerst ungewiss.

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