08 May 2026, 06:06

NRW wehrt sich gegen Gewalt im ÖPNV mit mehr Kameras und KI-Technologie

Eine Gruppe von Polizeibeamten steht vor einem großen Gebäude mit Fahrzeugen auf der Straße und einer Person, die eine Kamera hält, links daneben, mit Bäumen, Verkehrszeichen, Fahnen und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

NRW wehrt sich gegen Gewalt im ÖPNV mit mehr Kameras und KI-Technologie

Sicherheitsmaßnahmen im ÖPNV in Nordrhein-Westfalen werden ausgeweitet – Gewaltvorfälle nehmen zu

Als Reaktion auf die steigende Zahl von Gewaltdelikten werden die Sicherheitsvorkehrungen im öffentlichen Nahverkehr in Nordrhein-Westfalen (NRW) verstärkt. Allein im vergangenen Jahr wurden über 1.300 Bedrohungen und 905 körperliche Angriffe auf Bahnmitarbeiter registriert. Die Verkehrsbehörden reagieren darauf mit dem Ausbau von Überwachungssystemen und dem Test neuer Technologien, um die Sicherheit für Beschäftigte und Fahrgäste zu erhöhen.

Bereits jetzt sind rund 90 Prozent der S-Bahnen und Regionalzüge in NRW mit Videokameras ausgestattet. Nun sollen auch die verbleibenden Züge nachgerüstet werden, um eine flächendeckende Überwachung aller Verbindungen zu gewährleisten. Künftige Modernisierungen umfassen cloudbasierte Speicherlösungen und KI-gestützte Risikoerkennung, um potenzielle Gefahren schneller zu identifizieren.

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Auch an kleineren und mittelgroßen Bahnhöfen wurde die Videoüberwachung im Rahmen eines landesfinanzierten Programms ausgebaut. Fast 100 Stationen wurden bereits mit Kameras ausgerüstet, die Installation ist nahezu abgeschlossen. Die Dortmunder Verkehrsbetriebe gehen noch einen Schritt weiter: Sie setzen nachts Sicherheitsteams ein, die aus einer zentralen Leitstelle heraus Live-Videoaufnahmen überwachen.

In Bussen gehören Kamerasysteme mittlerweile zur Standardausstattung neuer Fahrzeuge und erfassen das gesamte Innere. Auch ältere Busse werden nachgerüstet, um das gleiche Sicherheitsniveau zu erreichen. Körperkameras, die Mitarbeitenden auf freiwilliger Basis angeboten werden, haben sich in Pilotprojekten bewährt. Sicherheitskräfte in Zügen und an Bahnhöfen nutzen sie bereits routinemäßig – mit dem Effekt, dass Konflikte schneller entschärft und Straftaten abgewehrt werden können.

Die Sicherheitsmitarbeiter in der Dortmunder Leitstelle können dank der Echtzeit-Übertragung nun direkt auf Vorfälle reagieren und vor Ort mit dem Personal koordinieren. Durch die Kombination aus Live-Streams, Körperkameras und erweiterter Videoüberwachung soll ein sicheres Umfeld für Beschäftigte und Fahrgäste geschaffen werden.

Der Vorstoß für mehr Sicherheit folgt auf einen deutlichen Anstieg von Angriffen auf Verkehrsmitarbeiter. Da mittlerweile fast alle Züge und viele Busse überwacht werden, hoffen die Behörden, dass die Maßnahmen die Gewalt reduzieren und die Reaktion auf Vorfälle beschleunigen. In der nächsten Phase sind KI-gestützte Überwachung und Cloud-Speicherung geplant, um die Sicherheit im gesamten ÖPNV-Netz von NRW weiter zu stärken.

Quelle