Mönchengladbachs Wirtschaftswunder: Wie die Stadt Insolvenzen um 8 Prozent senkte
Jana FuchsMönchengladbachs Wirtschaftswunder: Wie die Stadt Insolvenzen um 8 Prozent senkte
Mönchengladbach hat sich zu einer seltenen wirtschaftlichen Erfolgsgeschichte in Nordrhein-Westfalen entwickelt. Während benachbarte Städte mit steigenden Insolvenzzahlen kämpfen, verzeichnet die Stadt einen Rückgang um fast 8 Prozent. Diese Wende ist das Ergebnis jahrelanger gezielter industrieller Umstrukturierung und Diversifizierung.
Seit über 15 Jahren hat sich Mönchengladbach von seinen einst kränkelnden textilen Wurzeln gelöst. Durch den Aufbau von Technologieparks und die Ansiedlung von Unternehmen aus den Bereichen Logistik, Maschinenbau und Gesundheitswesen stabilisierte die Stadt ihren Arbeitsmarkt. Dieser Wandel verringerte die Abhängigkeit von einer einzigen Branche und schuf eine ausgewogenere Wirtschaftsstruktur.
Die Erfolge sind nun deutlich sichtbar: 2024 sanken die Unternehmensinsolvenzen um 8,0 Prozent, während Verbraucherinsolvenzen um 9,0 Prozent zurückgingen. Insgesamt verringerten sich die Insolvenzverfahren um 7,8 Prozent – ein deutlicher Kontrast zum Rest des Regierungsbezirks Düsseldorf, wo die Insolvenzen um bis zu 19 Prozent stiegen. Bundesweit nahmen die Unternehmenspleiten um 8 bis 10 Prozent zu, in Nordrhein-Westfalen sogar um 23,4 Prozent.
Auch in der Steuerpolitik zeigt sich die finanzielle Stabilität der Stadt. Der kommunale Gewerbesteuerhebesatz bleibt seit 2016 unverändert bei 490 Prozent, sodass plötzliche Erhöhungen ausbleiben. Neue Projekte wie der Wissens- und Innovationscampus, die Textilfabrik 7.0 und ein Industriepark am Flughafen sollen diesen positiven Trend sichern. Diese Bemühungen brachten Mönchengladbach Platz 27 im IW-Dynamikranking 2024 ein, das das Wirtschaftswachstum in 401 deutschen Regionen misst.
Durch konsequente Diversifizierung und langfristige Planung hebt sich Mönchengladbach ab. Mit sinkenden Insolvenzzahlen und laufenden Wirtschaftsprojekten festigt die Stadt ihre Position weiter. Die stabile Steuerpolitik und kontinuierlichen Investitionen deuten darauf hin, dass dieses Wachstum nachhaltig ist.