17 March 2026, 02:05

Maria Kalesnikava erhält nach vier Jahren den Karlspreis für ihren Demokratie-Einsatz

Ein rotes und weißes Kissen mit der Aufschrift "Gerechtigkeit für Belarus" auf einem weißen Hintergrund.

Maria Kalesnikava erhält nach vier Jahren den Karlspreis für ihren Demokratie-Einsatz

Die belarussische Bürgerrechtlerin Maria Kalesnikava hat nach vier Jahren endlich den Internationalen Karlspreis zu Aachen erhalten. Die Auszeichnung, die ihr ursprünglich 2018 – noch während ihrer Haft in Belarus – zuerkannt worden war, würdigt ihren Einsatz für Demokratie und europäische Einheit. Inzwischen in Deutschland lebend, nahm sie den Preis gemeinsam mit ihren Mitstreiterinnen Veronika Zepkalo und Swjatlana Zichanouskaja entgegen.

Die feierliche Verleihung fand in Aachen statt, einer Stadt, die Kalesnikava für ihr Engagement für Geschichte und Kultur lobte. Sie beschrieb den Moment als von grenzenloser Freude geprägt, die durch die Anwesenheit ihrer Familie noch besonderer wurde. Der Karlspreis, der herausragende Verdienste um die europäische Einigung ehrt, ging 2022 ausschließlich an die drei Frauen – in diesem Jahr wurden keine weiteren Personen oder Organisationen ausgezeichnet.

Kalesnikava nutzte die Gelegenheit, um auf den anhaltenden Kampf in Belarus aufmerksam zu machen. Sie betonte ihre Überzeugung, dass eine demokratische Zukunft für ihr Land unausweichlich sei, äußerte jedoch tiefe Sorge um Freunde, die noch immer inhaftiert sind. Nach drei Monaten in Freiheit unterstrich sie die symbolische Bedeutung des Preises als Zeichen der Solidarität mit denen, die noch hinter Gittern sitzen.

Ihr Engagement setzt sie gemeinsam mit Zepkalo und Zichanouskaja fort, die wie sie dem demokratischen Wandel verpflichtet sind. Das Trio hat mit seiner Arbeit internationale Aufmerksamkeit auf die Lage in Belarus gelenkt und verdeutlicht, dass ihr Kampf noch lange nicht vorbei ist.

Der Karlspreis ist für Kalesnikava nun ein greifbares Symbol ihrer Widerstandskraft und der weltweiten Unterstützung für die belarussische Demokratiebewegung. Die Annahme der Auszeichnung markiert einen Meilenstein in ihrem Werdegang – vom Gefängnis zur Anerkennung auf europäischer Bühne. Doch wie sie selbst einräumte, bleibt der Fokus auf jenen, die unter der Repression in der Heimat weiter leiden.

Quelle