17 March 2026, 02:05

Jessica Krebbing übernimmt den Milchviehbetrieb – ein Zeichen des Wandels in der Landwirtschaft

Schwarzes und weißes Foto einer Gruppe von Frauen, eine sitzend in der Mitte, mit Text unten 'Die Frauenwahlrechtsbewegung.'

Jessica Krebbing übernimmt den Milchviehbetrieb – ein Zeichen des Wandels in der Landwirtschaft

Jessica Krebbing wird die erste Frau in ihrer Familie sein, die den Milchviehbetrieb in Hamminkeln, Nordrhein-Westfalen, leitet. Der Betrieb mit 200 Kühen steht für einen Wandel in einer Branche, in der weibliche Führungskräfte noch immer selten sind – nur jede neunte Farm in der Region wird von einer Frau geführt, obwohl Frauen mehr als ein Drittel der landwirtschaftlichen Arbeitskräfte stellen.

Krebbings Alltag umfasst das Füttern, Melken und Besamen der Kühe, das Einstreuen der Ställe und das Abdecken der Silos. Gemeinsam mit ihrem Mann wird sie 200 Milchkühe sowie rund hundert Kälber und Jungrinder bewirtschaften. Ihre Mutter, Christa Krebbing, erlebte einst, wie sie auf demselben Hof als gleichberechtigte Partnerin unsichtbar blieb und keine Anerkennung fand.

Automatische Melkroboter haben die körperliche Belastung verringert, sparen Zeit und tragen dazu bei, die Spielregeln für Frauen in der Landwirtschaft fairer zu gestalten. Das Land Nordrhein-Westfalen fördert Bäuerinnen zudem durch Vernetzungs- und Beratungsprogramme, die sie auf Führungsaufgaben vorbereiten sollen.

Anderswo haben Anne Unterhansberg und Lea Im Brahm Teile des elterlichen Hofs in Mülheim übernommen. Auf dem Buchholzhof prägen sie nun das moderne Direktvermarktungskonzept und treiben Innovationen im Marketing voran. Ihr Ansatz spiegelt einen größeren Trend wider: Frauen leiten häufiger kleinere, vielfältig ausgerichtete Betriebe in der Nähe von Ballungsräumen.

Doch die Herausforderungen für von Frauen geführte Betriebe bleiben bestehen. Bundesweit führen Frauen nur 11 Prozent der landwirtschaftlichen Unternehmen, und noch weniger stehen an der Spitze größerer Höfe. Probleme wie Lücken im Mutterschutz, unzureichende soziale Absicherung und gesellschaftliche Unterschätzung verschärfen die Situation. In Niedersachsen etwa werden nur 5 Prozent der Betriebe über 50 Hektar von Frauen geleitet.

Krebbings Übernahme markiert einen Schritt nach vorn in einer traditionell männlich dominierten Branche. Mit staatlicher Unterstützung und technologischem Fortschritt steigen immer mehr Frauen in Führungspositionen der Landwirtschaft auf. Dennoch prägen weiterhin Ungleichheiten beim Zugang zu Land, sozialer Absicherung und Anerkennung ihre Erfahrungen.

Quelle