Willichs Eltern kämpfen gegen geplante Kita-Gebührenerhöhungen und Rabattkürzungen
Elias KrauseWillichs Eltern kämpfen gegen geplante Kita-Gebührenerhöhungen und Rabattkürzungen
Eltern in Willich sehen sich möglichen Änderungen bei den Kita-Gebühren gegenüber – und leisten massiven Widerstand. Der Stadtrat prüft derzeit Anpassungen bei Geschwisterrabatten und Gebührenerhöhungen, um die angespannte Haushaltslage zu entlasten. Kritiker, darunter der Jugendhilfeausschuss der Elternvertretung (JAEB), werfen der Stadt vor, mit den Plänen Familien unzumutbar zu belasten, die ohnehin schon mit hohen Kosten kämpfen.
Die Debatte um die Kinderbetreuungskosten in Willich zieht sich seit Monaten hin, ohne dass eine Lösung in Sicht ist. Während Personalmangel und Schließungen von Einrichtungen die Stimmung zusätzlich anheizen, konzentrieren sich die jüngsten Vorschläge auf Gebührenanpassungen. Bürgermeister Christian Pakusch betonte zwar, dass die Geschwisterermäßigungen nicht komplett gestrichen werden sollen, doch es gehe darum, "wie viel Eltern künftig selbst tragen müssen".
Laut aktuellem Entwurf soll der Rabatt für Geschwisterkinder in Kitas auf 75 oder 80 Prozent für das erste Kind gedeckelt werden, während weitere Geschwister weiterhin gebührenfrei bleiben. Bei der Offenen Ganztagsschule (OGS) könnte die Ermäßigung von bisher 100 Prozent auf 60 oder 70 Prozent sinken – ebenfalls nur für das erste Geschwisterkind. Diese Regelungen orientieren sich an denen benachbarter Städte wie Nettetal und Kempen, wo bereits eine 50-prozentige Geschwistergebühr für alle Betreuungsangebote gilt.
Mit den Änderungen will die Stadt rund 500.000 Euro einsparen, indem Geschwisterbefreiungen reduziert werden, sowie weitere 100.000 Euro, indem dynamische Gebührenanpassungen auf drei Prozent begrenzt werden. Die SPD-Fraktion übt jedoch scharfe Kritik: Haushaltslücken dürften nicht auf dem Rücken der Eltern ausgeglichen werden. Unterdessen gewinnt eine von Eltern initiierte Petition an Fahrt, die sich sowohl gegen die Gebührenerhöhungen als auch gegen Kürzungen bei den Geschwisterrabatten richtet.
Sollten die Pläne durchkommen, würden sich Willichs Kita-Gebühren denen benachbarter Kommunen annähern – doch der Widerstand bleibt hartnäckig. Die Änderungen träten im Rahmen der laufenden Bemühungen zur Konsolidierung der städtischen Finanzen in Kraft. Eltern und politische Gruppen fordern stattdessen nach wie vor alternative Lösungen, um die Finanzierungslücke zu schließen.






