27 March 2026, 16:05

Warum Misstrauen in die Demokratie populistische Parteien wie die AfD stärkt

Eine Gruppe von Menschen hält ein Transparent mit der Aufschrift "├ľffnet die Grenzen, rettet Leben, bekämpft Faschismus" vor einem Gebäude mit Glasfenstern und einer Stange, mit einem Fahrrad und einer Tasche auf der Straße.

Warum Misstrauen in die Demokratie populistische Parteien wie die AfD stärkt

Der Soziologe Aladin El-Mafaalani hat in seinem Buch "Gemeinschaften des Misstrauens" untersucht, warum bestimmte Gruppen demokratische Institutionen zunehmend ablehnen. Seine Forschung zeigt, wie Menschen das Vertrauen in Staat, Gerichte, Wissenschaft und Medien verlieren – und sich daraufhin Parteien zuwenden, die der liberalen Demokratie feindlich gegenüberstehen. Diese Erkenntnisse werfen ein Licht auf den Aufstieg von Bewegungen wie der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD).

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El-Mafaalani argumentiert, dass misstrauische Menschen sich oft mit Gleichgesinnten verbünden und so eng vernetzte "Gemeinschaften des Misstrauens" bilden. Digitale Medien erleichtern es diesen Gruppen, sich zu vernetzen und zu organisieren. Sind solche Gemeinschaften erst einmal entstanden, gewinnen sie selbst dann selten wieder Vertrauen in die Demokratie, wenn populistische Parteien ihre Versprechen nicht einlösen.

Der Aufstieg der AfD spiegelt diesen Trend wider. 2013 als euroskeptische Partei gegründet, verlagerte sie nach der Flüchtlingskrise 2015 ihren Fokus auf Migration. 2017 zog sie in den Bundestag ein, und bei der Wahl 2025 verdoppelte sie ihr Ergebnis von 2021 – mit Alice Weidel als Kanzlerkandidatin. El-Mafaalani warnt, dass selbst der Nachweis der Inkompetenz der AfD ihre Anziehungskraft nicht schwächen werde: Ihre Anhänger misstrauen ohnehin schon den etablierten Institutionen.

Laut dem Soziologen schüren populistische Strategen dieses Misstrauen gezielt. Seine Analysen erklären auch den Aufstieg von Figuren wie Donald Trump. Peter Unfried, Chefredakteur von "FUTURZWEI", hat gefragt, welche konkreten Schritte dieser Entwicklung entgegenwirken könnten. El-Mafaalanis Arbeit deutet auf neue Wege hin, um Rechtspopulismus wirksamer zu begegnen.

Seine Forschung zeigt, wie sich Misstrauen in bestimmten Gruppen ausbreitet und verfestigt. Die Erkenntnisse machen deutlich, wie schwer es ist, das Vertrauen in die Demokratie wiederherzustellen, sobald es einmal erodiert ist. Das Buch bietet einen Rahmen, um den Aufstieg populistischer Bewegungen zu verstehen – und möglicherweise Strategien zu entwickeln, ihnen zu begegnen.

Quelle