27 March 2026, 18:06

"Richi"-Meme löst Debatte über Privatsphäre und Kommerz aus – Familie wehrt sich

Schwarze und weiße Werbung für Friedrich Steinfels in Zürich, zeigt Bilder von Gebäuden, Menschen und Text.

"Richi"-Meme löst Debatte über Privatsphäre und Kommerz aus – Familie wehrt sich

Der Schweizer Meme "Richi" – ein Junge, der von einem Bagger fällt, und der markante Ausruf seines Vaters – hat eine neue Debatte über Privatsphäre und kommerzielle Nutzung entfacht. Nach Jahren mit Merchandise-Artikeln, Musik und sogar einer Eishockey-Hymne hat sich die Familie, die im Zentrum des viral gegangenen Clips steht, nun gegen die unautorisierte Verbreitung ausgesprochen. Als Reaktion auf ihre Bedenken werden nun Änderungen vorgenommen.

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Der Meme entstand 2010 in einer Folge der SRF-Serie "Auf und davon", die die Auswanderung der Familie Schömbächler nach Kanada begleitete. Eine kurze Szene, in der ein Kind von einem Bagger kippt und sein Vater Hermann Schömbächler erschrocken aufschreit, wurde zum langlebigen Internetphänomen. Im Laufe der Zeit wurde der Moment auf Socken, Bügelbilder und sogar in einem Kinderbuch verewigt – alles ohne direkte Beteiligung der Familie.

2022 veröffentlichte die Schweizer Band Stubete Gäng den Song "Richi", der das Bagger-Motiv mit Schömbächlers unverwechselbarem Ruf verband. Der Titel erlangte 2024 zusätzliche Bekanntheit, als er zur offiziellen Torhymne der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Prag wurde. Doch nachdem die Schömbächlers gegen die ungenehmigte Nutzung ihrer Stimmen und ihres Bildes protestierten, strich der Schweizer Eishockeyverband den Song vom Programm.

Stubete Gäng kündigte inzwischen an, "Richi" ohne Schömbächlers Stimme neu aufzunehmen. Gleichzeitig erklärt das Unternehmen Swissmeme, das "Richi"-Produkte vertreibt, es stehe in laufenden Gesprächen mit dem SRF über die Verwendung der Aufnahme. Die Familie, die jahrelang Medienaufmerksamkeit mied, um die Privatsphäre ihrer Kinder zu schützen, sieht sich weiterhin mit öffentlichen Bezügen zu dem über zehn Jahre alten Clip konfrontiert.

Die Einwände der Schömbächlers haben bereits konkrete Folgen gehabt: Der Song wurde von Eishockey-Veranstaltungen entfernt und soll in einer überarbeiteten Version neu erscheinen. Während die Diskussionen über die kommerzielle Nutzung anhalten, zeigt der Fall, welch nachhaltige Auswirkungen virale Inhalte auf die Betroffenen haben können. Die Haltung der Familie hat bereits verändert, wie der Meme im Schweizer öffentlichen Leben verwendet wird.

Quelle