Streit um Atommüll-Transport: Jülichs Castoren rollen trotz Protest nach Ahaus
Lea BraunStreit um Atommüll-Transport: Jülichs Castoren rollen trotz Protest nach Ahaus
Deutschland bereitet sich darauf vor, jahrzehntealten Atommüll vom Forschungszentrum Jülich nach Ahaus zu transportieren – trotz laufender Rechtsstreitigkeiten und lokalen Protesten. Die ersten Lieferungen sollen bereits nächste Woche beginnen und markieren damit eine neue Phase im ungelösten Ringen des Landes um die Lagerung radioaktiver Abfälle. Gleichzeitig wächst weltweit das Interesse an kleineren Kernreaktoren, von denen derzeit nur vier im Bau sind.
Der Müll stammt aus einem Versuchsreaktor des Forschungszentrums Jülich, der 1988 stillgelegt wurde. Seitdem lagern 152 Castor-Behälter mit radioaktivem Material vor Ort – in einer Anlage, die seit 2013 ohne gültige Genehmigung betrieben wird. Das Zentrum weigert sich, die Abfälle länger aufzubewahren, und drängt auf deren Verlegung nach Ahaus.
Ahaus wurde als Zwischenlager ausgewählt, obwohl dessen Betriebserlaubnis 2036 ausläuft. Sowohl die Stadt als auch Atomkraftgegner wehren sich gegen die Entscheidung, doch ihre Klagen blieben erfolglos. Der Transport der Abfälle soll in über 50 Einzeltransporten erfolgen – ein Vorhaben, das jahrelange politische und juristische Auseinandersetzungen ausgelöst hat.
Während Deutschland mit seinem nuklearen Erbe kämpft, treiben andere Länder den Bau kleiner modularer Reaktoren (SMR) voran. Nur vier dieser Anlagen entstehen derzeit – je zwei in China und Russland –, doch in den USA, Großbritannien, Frankreich, Polen, Tschechien, Argentinien, Indien und Japan sind weitere Projekte in Planung.
Die Atommülltransporte werden trotz des Widerstands durchgeführt, eine dauerhafte Lagerlösung ist jedoch nicht in Sicht. Deutschlands erneute Debatte über Kernenergie prallt auf die seit Langem ungelösten Probleme der Abfallentsorgung. Gleichzeitig geht der globale Vorstoß für SMRs weiter – ein Zeichen für sich wandelnde Energieprioritäten.






