Solingens City-Ring-Projekt spaltet lokale Gruppen: Senioren fordern faire Lösungen
Elias KrauseSolingens City-Ring-Projekt spaltet lokale Gruppen: Senioren fordern faire Lösungen
Die langjährige Debatte um den Ohligser City-Ring in Solingen hat neue Aufmerksamkeit erhalten, nachdem sich die "Grünen Senioren" zu Wort gemeldet haben. Die Organisation unterstützt den aktuellen Verkehrsplan als fairen Kompromiss – trotz Forderungen anderer lokaler Gruppen, das Projekt komplett zu stoppen. Ihre Haltung unterstreicht die Schwierigkeiten, Mobilitätsbedürfnisse mit städtebaulichen Umgestaltungen in Einklang zu bringen.
Das City-Ring-Projekt, das 2023 gestartet wurde, zielt darauf ab, den Verkehr in Ohligs zu beruhigen, indem Buslinien auf der Lennestraße reduziert werden. Kritiker, darunter die "Ohligser Jongens", die Interessengemeinschaft Solingen (ISG) und die Ohligser Werbegemeinschaft (OWG), fordern eine vollständige Sperrung der Straße für Busse. Die Grünen Senioren lehnen dies ab und warnen, dass dadurch die wichtige Haltestelle "Ohligs Markt" entfallen und Anwohner:innen längere Wege zu Ausweichhaltestellen in Kauf nehmen müssten.
Ihrer Meinung nach würden die weiteren Entfernungen vor allem ältere Menschen belasten – besonders nach Einkäufen oder für Personen mit eingeschränkter Mobilität. Viele Senior:innen sind auf Busse angewiesen, sei es aus gesundheitlichen Gründen oder wegen finanzieller Einschränkungen. Die Gruppe stellt die Debatte als soziales Anliegen dar und fordert die Planer:innen auf, die Auswirkungen auf alle Altersgruppen zu berücksichtigen.
Die Kontroverse hat bereits anderswo zu Verzögerungen geführt. Nachbarstädte wie Wuppertal und Remscheid setzten ähnliche Ringstraßenprojekte 2024–2025 nach Protesten gegen Baustellenchaos und steigende Kosten aus. Nun steht Solingens Plan unter verschärfter Beobachtung, während andere Kommunalverwaltungen gespannt verfolgen, wie sich der Streit entwickelt.
Die Position der Grünen Senioren hält den City-Ring-Vorschlag vorerst am Leben, auch wenn der Widerstand weiterhin groß ist. Ihr Fokus auf Barrierefreiheit für ältere Bürger:innen stärkt das Argument, zumindest Teile der Busverbindungen auf der Lennestraße zu erhalten. Das Ergebnis könnte prägend dafür sein, wie andere Städte künftig mit Verkehrsberuhigungsmaßnahmen umgehen.






