21 March 2026, 08:05

Solingen lehnt ABC-Klassen ab: "Inklusion braucht Vertrauen, keine Separation"

Ein Blatt mit dem Text "Die Kinder der verschiedenen Tagesschulen werden mit Tee, Pflaumenbrot und Roastbeef und Pflaumenpudding versorgt."

Solingen lehnt ABC-Klassen ab: "Inklusion braucht Vertrauen, keine Separation"

Die Pläne der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen, sogenannte "ABC-Klassen" für Kinder mit Sprachförderbedarf einzuführen, stoßen in Solingen auf Kritik. Lokale Politiker und Bildungsexperten warnen, das Vorhaben könnte bestehende Kita-Strukturen durcheinanderbringen und die Inklusionsbemühungen gefährden.

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Das geplante Modell sieht vor, Kinder für gezielten Sprachunterricht aus ihren regulären Betreuungseinrichtungen herauszunehmen. Die lokale Vertreterin Maja Wehrmann betonte, dies könnte bewährte Lernroutinen zerstören und die Gefahr bergen, die Kinder zu stigmatisieren. Sie unterstrich, dass Inklusion Unterstützung in vertrauten Umgebungen erfordere – und nicht in separaten Klassen.

CDU- und Grünen-Politiker in Solingen befürworten zwar das Ziel, die Sprachkompetenzen zu verbessern, lehnen aber die aktuelle Umsetzung ab. Sie argumentieren, dass stattdessen die bestehenden Kitas gestärkt werden sollten, anstatt parallele Systeme zu schaffen. Die Kritikerin Simone Lammert wies darauf hin, dass die ABC-Klassen möglicherweise bestehende Angebote wie plusKita doppelten, statt sie zu ergänzen.

Die Bildungsexpertin Jessica Schliewe betonte, dass Spracherwerb am besten in vertrauensvollen Beziehungen und im täglichen Miteinander gelinge. Kinder aus ihrem gewohnten Umfeld zu nehmen, könnte diese Bindungen untergraben. Gleichzeitig fordern lokale Politiker eine bessere Abstimmung zwischen Land und Kommunen, bevor das Vorhaben weiterverfolgt wird.

Konkrete Daten zur Wirkung von plusKita in Solingen liegen für die vergangenen fünf Jahre nicht vor, auch wenn bundesweite Studien leichte Fortschritte im Wortschatz zeigen. Ohne klare Angaben, wie das neue Modell in die bestehenden Strukturen eingebunden werden soll, gestalte sich die Planung für Beteiligte schwierig.

Die Debatte in Solingen spiegelt eine grundsätzliche Skepsis wider: Wie lässt sich gezielte Förderung mit inklusiver Bildung vereinbaren? Kritiker pochen auf eine Überarbeitung des Konzepts, um Zersplitterung zu vermeiden und sicherzustellen, dass Kinder die benötigte Hilfe innerhalb ihrer gewohnten Kita-Gruppen erhalten. Die Landesregierung hat bisher nicht dargelegt, wie die neuen Klassen in die lokalen Strukturen integriert werden sollen.

Quelle