19 March 2026, 12:06

Moers bewahrt jüdische Geschichte mit neuer Broschüre und Stolpersteinen

Alte Postkarte der jüdischen Synagoge in Cardiff, Ontario, Kanada, zeigend ein Gebäude mit Fenstern, Türen und Bögen, umgeben von Pflanzen, einem Zaun, Bäumen, einem Pfahl und einem bewölkten Himmel, mit Text oben.

Moers bewahrt jüdische Geschichte mit neuer Broschüre und Stolpersteinen

Moers hat einen weiteren Schritt unternommen, um das Gedenken an seine jüdische Gemeinde zu bewahren. Bürgermeisterin Julia Zupancic traf sich kürzlich mit Vorstandsmitgliedern der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, um die offizielle Schirmherrschaft über den Verein zu übernehmen. Bei dem Treffen wurde zudem eine neue Broschüre mit dem Titel "Spuren jüdischen Lebens" vorgestellt, die die jüdische Geschichte der Stadt vor und während der NS-Zeit dokumentiert.

Die Gesellschaft setzt sich seit Langem für die Bewahrung der jüdischen Geschichte in Moers ein. Seit den 1990er-Jahren wurden in der Stadt über 300 Stolpersteine – kleine Gedenktafeln im Boden – verlegt, die an die früheren Wohnorte jüdischer Bürgerinnen und Bürger erinnern, die während des Holocaust deportiert oder ermordet wurden. Ähnliche Initiativen gibt es auch in benachbarten Städten wie Köln (2.500 Steine), Düsseldorf (900), Bonn (500) und Aachen (400).

Die neue Broschüre, die für drei Euro in öffentlichen Einrichtungen erhältlich ist, beleuchtet das Leben jüdischer Mitbürger, die einst volle Bürgerrechte besaßen. Sie porträtiert Persönlichkeiten wie Dr. Hermann Bähr und Maria Djuk, gibt Einblicke in die Geschichte der ehemaligen Synagoge, die Stolperstein-Initiative und die Deportationen. Ziel der Veröffentlichung ist es, diese Geschichte einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

Ein zentrales Anliegen der Gesellschaft bleibt die Einbindung jüngerer Generationen. Lehrer Daniel Schirra und der ehemalige Schüler Julian Müller, beide Vorstandsmitglieder, arbeiten regelmäßig mit ortsansässigen Schulen zusammen. Ihre Projekte stellen sicher, dass Schülerinnen und Schüler die jüdische Vergangenheit Moers' kennenlernen und sich mit den Gefahren des Antisemitismus auseinandersetzen. Der Verein profitiert zudem von überregionalen Netzwerken, die bereits dazu beitrugen, die renommierte Buber-Rosenzweig-Medaille in die Stadt zu holen.

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Bürgermeisterin Zupancic bekräftigte ihre Unterstützung für die Arbeit der Gesellschaft und betonte die Bedeutung von Erinnerung und Aufklärung. Die Broschüre sowie die laufenden Schulprojekte werden dazu beitragen, die Geschichten der jüdischen Gemeinde Moers lebendig zu halten. Gleichzeitig bleiben die Stolpersteine als sichtbare Mahnmale der Opfer präsent.

Quelle