12 January 2026, 00:04

Mainzer Karnevalstrauer: Die „Allerscheenste“ macht 2026 Pause

Ein Schwarz-Weiß-Foto einer Bühne von den Wiesbadener Festspielen im Jahr 1902, das Menschen in traditioneller deutscher Kleidung zeigt, einige mit Hüten und andere mit Umhängen, unter bunten Lichtern und Dekorationen, während das Publikum im Hintergrund jubelt und klatscht.

Mainzer Karnevalstrauer: Die „Allerscheenste“ macht 2026 Pause

Die Allerscheenste, einer der ältesten Karnevalsvereine der Mainzer Tradition, hat eine vorübergehende Pause ihrer legendären Sitzungen bekannt gegeben. Nach fast vier Jahrzehnten voller rauer, mundartdurchsetzter Humor wird die Gruppe 2026 aufgrund schrumpfender Mitgliederzahlen eine Auszeit einlegen. Der 1986 von eingewurzelten Mainzer Bürgern gegründete Verein war lange eine Säule der hiesigen Faschings-Bräuche.

Berühmt wurde die Allerscheenste für ihren scharfen Witz und ungeschliffenen Charme, mit dem sie jährlich im rustikalen Gewölbe des Augustinerkellers ihre Sitzungen veranstaltete. Unter dem Motto "Gott Jokus ist unser Chef, der Augustinerkeller unsere Burg" avancierte die Truppe mit ihrem Clown-Symbol und respektlosem Stil zur Institution. Seit 1996 verleiht sie zudem den Aller-Allerscheenste-Preis an herausragende Persönlichkeiten der Mainzer Faschings-Saison.

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An der Vereinsspitze gab es kürzlich einen Wechsel: Holger Bartz übernahm 2025 den Vorsitz von Karin Junker, die den Verein 14 Jahre lang geführt hatte. Nun steht Bartz vor der Herausforderung, die Allerscheenste wiederzubeleben, die zunehmend Schwierigkeiten hat, neue aktive Mitglieder zu gewinnen. Die monatlichen Beiträge bleiben mit 1,11 Euro überschaubar, doch Interessenten müssen regelmäßig an Treffen in der Altstadt teilnehmen.

2026 wird es keine Sitzungen geben – der erste Ausfall seit Jahrzehnten. Die Allerscheenste peilt eine Rückkehr 2027 an, sofern die Nachwuchsgewinnung gelingt. Bartz betont, er wolle das Clown-Lächeln noch lange in der Mainzer Faschings-Saison lebendig halten.

Die Zukunft des Vereins hängt nun vom Mitgliederschwund ab. Ohne frischen Zulauf droht die Allerscheenste aus dem Faschings-Geschehen der Stadt zu verschwinden. Der nächste mögliche Sitzungstermin wäre 2027 – doch nur, wenn das Gewölbe des Augustinerkellers wieder von Lachen und lokalem Lebensgeist erfüllt wird.