Kontrollierte Sprengung beendet Ära des Kohlekraftwerks in Gelsenkirchen-Scholven
Elias KrauseKontrollierte Sprengung beendet Ära des Kohlekraftwerks in Gelsenkirchen-Scholven
Kühlturm des Kraftwerks Gelsenkirchen-Scholven durch kontrollierte Sprengung abgerissen
Am 6. September wurde ein Kühlturm des Kraftwerks Gelsenkirchen-Scholven durch eine kontrollierte Sprengung abgerissen. Der Abriss markiert einen wichtigen Schritt beim Ausstieg des Standorts aus der Kohleverstromung – während der Aktion mussten keine Anwohner evakuiert werden. Der Energiekonzern Uniper, der hinter dem Projekt steht, plant bis 2026 weitere Abrisse im Rahmen seiner Dekarbonisierungsstrategie.
Die Abrissarbeiten begannen im April 2024 und konzentrieren sich auf den Kohleblock des Scholven-Kraftwerks. Für die Sprengung des 11.000 Tonnen schweren Betonbauwerks wurden 60 Kilogramm Sprengstoff eingesetzt. Die Sprengmeisterin Ulrike Matthes von der Thüringer Sprengmittel GmbH leitete den Einsatz, um Präzision und Sicherheit zu gewährleisten.
Uniper arbeitete eng mit lokalen Behörden, der Stadt Gelsenkirchen, dem Netzbetreiber Amprion und ansässigen Unternehmen zusammen, um die Sicherheitsvorkehrungen abzustimmen. Das Unternehmen plant zudem, das anfallende Schuttmaterial vor Ort wiederzuverwerten – ein Schritt, der Abfall reduziert und nachhaltige Praktiken fördert.
Die Sprengung steht für einen tiefgreifenden Wandel in Scholven: Uniper will das Gelände für ein wasserstofftaugliches Gaskraftwerk umnutzen, um Versorgungssicherheit und Klimaziele in Einklang zu bringen. Weitere Abrisse, darunter das Kesselhaus F und die REA-Anlage, sind für 2026 vorgesehen, während der Standort seine Transformation fortsetzt.
Mit dem Einsturz des Kühlturms verschwindet ein langjähriges Symbol der Kohleenergie aus dem Scholven-Kraftwerk. Durch Recyclingpläne für den Bauschutt und die geplanten Folgeabrisse treibt Uniper seine Modernisierungsstrategie voran. Das Projekt fügt sich in die übergeordneten Bestrebungen ein, Emissionen zu senken und gleichzeitig die Energieversorgung in der Region stabil zu halten.






