KI-Beauftragte an Schulen: Revolution oder überfällige Reform des Bildungssystems?
Elias KrauseKI-Beauftragte an Schulen: Revolution oder überfällige Reform des Bildungssystems?
Ein neuer Vorschlag sieht vor, in jeder Schule eine KI-Beauftragte oder einen KI-Beauftragten einzusetzen, um Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern zu unterstützen. Die Idee entsteht vor dem Hintergrund wachsender Bedenken hinsichtlich veralteter Bildungssysteme und Lücken in der Lehrerausbildung. Zu den Aufgaben würde die Entwicklung von Fortbildungsprogrammen sowie die Planung von Unterricht über verschiedene Fächer hinweg gehören.
Die KI-Beauftragten hätten vielfältige Aufgaben, um Schulen zu modernisieren. Sie würden interne Schulungen für das Personal organisieren und Informationsveranstaltungen für Eltern abhalten. Zudem läge es in ihrem Verantwortungsbereich, die Vorteile, Risiken und rechtlichen Grenzen von KI verständlich zu vermitteln – stets im Einklang mit den Datenschutzbestimmungen.
Laut Plan sollten die Beauftragten auch bei der Gestaltung fächerübergreifender Unterrichtseinheiten mitwirken und neue Prüfungsformate erproben. Der Vorschlag betont, dass diese Position im Beamtenverhältnis besetzt werden solle, um Kontinuität und Verantwortlichkeit zu gewährleisten.
Der Aufruf zu Veränderungen folgt auf Kritik von Referendarinnen und Referendaren, die sich unzureichend auf den realen Schulalltag vorbereitet fühlen. Viele beschreiben ihre Ausbildung als zu theorielastig und praxisfern. Gleichzeitig fordert der Bundeselternrat Reformen veralteter Schulstrukturen.
Ein weiteres Problem, das der Vorschlag aufgreift, ist der Rückgang der Ausbildungsquoten in der beruflichen Frühförderung in Kindergärten. Bayern liegt bei diesem Kriterium aktuell bundesweit auf dem letzten Platz. Zudem warnt der Plan davor, in Schulen auf große Sprachmodelle (LLMs) als Selbsthilfe-Instrumente zu setzen. Würde das Land ein KI-Werkzeug bereitstellen, läge die Verantwortung für Datenschutz und Kosten bei den Lehrkräften – was Fragen der Fairness und der Arbeitsbelastung aufwirft.
Ziel des Vorhabens ist es, langjährige Missstände im Bildungssystem zu beheben, indem eine fest angestellte KI-Fachkraft die Lücken in der Lehrerfortbildung, Elternarbeit und digitalen Kompetenzvermittlung schließt. Bei Umsetzung könnte dies die Art und Weise verändern, wie Schulen mit Technologie, Prüfungen und beruflicher Vorbereitung umgehen.






