20 March 2026, 16:05

Junge Menschen verlieren das Vertrauen in die Demokratie – was steckt dahinter?

Ein Plakat mit der Aufschrift "Mangel an Bildung: Der Teufelskreis" mit chaotischen Bildern von verschiedenen Menschen und fetter schwarzer Schrift.

Junge Menschen verlieren das Vertrauen in die Demokratie – was steckt dahinter?

Eine neue Studie aus Nordrhein-Westfalen zeigt eine wachsende Unzufriedenheit junger Menschen mit der Demokratie. Nur noch 47 Prozent geben an, mit ihrer Funktionsweise in der Praxis zufrieden zu sein – ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu den Vorjahren. Die Ergebnisse belegen zudem einen Rückgang der allgemeinen Unterstützung demokratischer Werte, insbesondere in jüngeren Altersgruppen.

Die Untersuchung unterscheidet drei Gruppen: überzeugte Demokraten, fragile Demokraten und Demokratiegegner. Jüngere Menschen sind in den beiden letzteren Kategorien überproportional vertreten, was auf einen generationenbedingten Wandel der Einstellungen hindeutet. Die Zustimmung zur Demokratie ist spürbar gesunken: Nur noch 83 Prozent der 19- bis 29-Jährigen stehen hinter ihr.

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Ein alarmierender Trend zeigt sich in den Daten: Fast die Hälfte der Befragten glaubt, die Gesellschaft würde von einer starken Einzelpartei profitieren, die den Willen des Volkes vertritt. Dies spiegelt eine Zunahme undemokratischen Denkens wider, vor allem unter Jugendlichen. Die Studie stellt zudem einen Zusammenhang zwischen persönlicher Lebenszufriedenheit und demokratischer Haltung her: Wer mit dem eigenen Leben zufrieden ist, vertritt demokratische Werte tendenziell stärker.

Schulen kämpfen damit, diesen Entwicklungen entgegenzuwirken. Die klassische politische Bildung kann mit der rasanten Verbreitung extremistischer Inhalte im Internet nicht Schritt halten. Bundesbildungsministerin Karin Prien warnt, dass junge Menschen in sozialen Medien, Chatgruppen und auf Gaming-Plattformen zunehmend mit Frauenfeindlichkeit, Gewalt und Radikalisierung konfrontiert werden. Viele Schülerinnen und Schüler selbst fordern mehr politische Themen im Unterricht – ein deutliches Zeichen für die Lücken in der aktuellen Bildungspraxis.

Die Ergebnisse verdeutlichen eine klare Herausforderung für Bildungsinstitutionen und Politiker. Das schwindende Vertrauen junger Menschen in die Demokratie fällt zusammen mit ihrer wachsenden Exposition gegenüber onlinebasiertem Extremismus. Um gegenzusteuern, sind eine stärkere politische Bildung und wirksamere Schutzmechanismen gegen Radikalisierung in digitalen Räumen notwendig.

Quelle