19 March 2026, 18:05

Junge Bürger in NRW wenden sich zunehmend von der Demokratie ab – warum?

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Zufriedenheit mit Demokratie in NRW bei Jugendlichen sinkt - Junge Bürger in NRW wenden sich zunehmend von der Demokratie ab – warum?

Demokratie in Nordrhein-Westfalen sieht sich wachsender Skepsis ausgesetzt – besonders bei jüngeren Bürgern

Eine neue Studie zeigt einen deutlichen Rückgang der Zufriedenheit mit der Funktionsweise der Demokratie: Nur noch 47 Prozent der 14- bis 18-Jährigen sind zufrieden – ein Einbruch gegenüber 77 Prozent im Jahr 2023. Die Ergebnisse stammen aus dem dritten Demokratiebericht, der 2025 von der Landeszentrale für politische Bildung veröffentlicht wurde.

An der Frühjahrsbefragung beteiligten sich über 2.900 Personen, wobei sich eine wachsende Kluft zwischen den Altersgruppen abzeichnet. Während ältere Generationen weiterhin starke Unterstützung zeigen, äußern jüngere Befragte zunehmend Kritik an demokratischen Prozessen. Der Bericht verweist zudem auf einen Anstieg undemokratischer Haltungen – einige stellen sogar infrage, ob unter bestimmten Umständen eine Diktatur vorzuziehen wäre.

Deutliche Unterschiede zwischen den Generationen

Die Umfrage offenbart eine klare Spaltung in der Wahrnehmung der Demokratie: Auch bei den 19- bis 29-Jährigen und den 30- bis 44-Jährigen ist die Zufriedenheit gesunken, wenn auch nicht so stark wie bei Jugendlichen. Ältere Teilnehmer bilden dagegen nach wie vor eine stabile Basis der Unterstützung und weisen höhere Zufriedenheitswerte auf.

Trotz dieses Rückgangs bleibt die grundsätzliche Zustimmung zu demokratischen Prinzipien hoch. Viele Befragte schätzen die Demokratie als Ideal – auch wenn sie mit ihrer konkreten Umsetzung unzufrieden sind. Dies deutet eher auf Frustration mit der Praxis hin als auf eine Ablehnung der Demokratie an sich.

Besorgniserregende Trends: Offener für autoritäre Modelle

Doch der Bericht warnt vor alarmierenden Entwicklungen: Fast die Hälfte der Befragten (47 Prozent) stimmt der Aussage zu, die Gesellschaft würde von "einer starken Partei profitieren, die den Willen des Volkes verkörpert". 15 Prozent gehen noch weiter und behaupten, "unter bestimmten Umständen könnte eine Diktatur die bessere Regierungsform sein". Solche Ansichten waren in früheren Jahren deutlich seltener vertreten.

Demokratie unter Druck – aber noch stabil

Fazit des Berichts: Zwar bleibt die Demokratie in Deutschland widerstandsfähig, steht aber unter spürbarem Druck. Konkrete Maßnahmen der Landeszentrale für politische Bildung zur Gegensteuerung oder aktuelle Daten zur politischen Beteiligung Jugendlicher seit 2023 werden jedoch nicht genannt.

Der Demokratiebericht 2025 zeichnet ein zwiespältiges Bild der öffentlichen Meinung in Nordrhein-Westfalen. Vor allem junge Bürger sind deutlich unzufriedener mit der Demokratie als noch vor zwei Jahren. Gleichzeitig zeigt eine bemerkenswerte Minderheit Offenheit für undemokratische Alternativen.

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Die Ergebnisse unterstreichen die wachsende Diskrepanz zwischen demokratischen Idealen und ihrer realen Umsetzung. Ohne gezielte Anstrengungen, um junge Wähler wieder stärker einzubinden, könnte sich dieser Trend fortsetzen – und die politische Landschaft der Region in den kommenden Jahren prägen.

Quelle