Geheime Elite: Wie der Familienunternehmer-Kongress Politik und Vermögen verbindet
Lea BraunGeheime Elite: Wie der Familienunternehmer-Kongress Politik und Vermögen verbindet
Seit fast 30 Jahren trifft sich der Familienunternehmer-Kongress an der privaten Universität Witten/Herdecke. Beworben als Plattform für Innovation und verantwortungsvolles Unternehmertum, handelt es sich in Wahrheit um einen exklusiven Zirkel von Firmen-Erben und politischer Einflussnahme. Die Teilnahme kostet rund 2.000 Euro und ist strikt auf Mitglieder unternehmerischer Familien beschränkt.
Der Kongress gibt sich als Stimme des deutschen Mittelstands – der kleinen und mittleren Unternehmen. Doch Untersuchungen zeigen, dass viele Teilnehmer nicht mittelständische Betriebe, sondern Großkonzerne vertreten. Im Mittelpunkt stehen tatsächlich Strategien zur Vermögenssicherung, Steuervermeidung und der gesicherten Unternehmensnachfolge in Familienhand.
Der Kongress ist eingebettet in ein Netzwerk aus Lobbyverbänden, wirtschaftsnaher Forschung und politischer Interessenvertretung. Seine Agenda deckt sich weitgehend mit der der Stiftung Familienunternehmen, die sich für eine Politik einsetzt, die große Vermögen schützt. Trotz seines öffentlichen Images fungiert die Veranstaltung als Treffpunkt einer wirtschaftlichen Elite.
Jährlicher Höhepunkt ist ein Galadinner, bei dem Studierende der Universität – gegen Mindestlohn – die Gäste bedienen. Die Hochschule selbst veranstaltet den Kongress nicht nur aus finanziellen Gründen, sondern auch, um den Zugang zu mächtigen Wirtschaftsnetzwerken zu wahren.
Öffentliche Unterlagen nennen keine konkreten Unternehmen oder Familien, die in den letzten Jahren regelmäßig teilgenommen oder gesponsert hätten. Dennoch bleibt der Kongress ein zentraler Ort für diejenigen, die politische Weichenstellungen zugunsten großer Familienunternehmen prägen.
Der Familienunternehmer-Kongress agiert weiterhin hinter einem Schleier aus Exklusivität und politischer Verbundenheit. Die hohen Teilnahmegebühren und der beschränkte Zugang sorgen dafür, dass nur eine ausgewählte Gruppe von Firmen-Erben und Entscheidungsträgern teilnimmt. Die langjährige Präsenz an der Universität Witten/Herdecke unterstreicht seine Rolle als Schnittstelle zwischen Vermögen, Einfluss und Politik.






