31 March 2026, 16:11

EU lockert Emissionshandel: Entlastung für energieintensive Industrien in Sicht

Karte von Europa mit dem Logo des Europäischen Umweltbüros in der linken oberen Ecke, unterschiedlich grün schattiert, um EU-Regionen anzuzeigen.

EU lockert Emissionshandel: Entlastung für energieintensive Industrien in Sicht

Die Europäische Kommission hat ihre Pläne für den EU-Emissionshandel (ETS) überarbeitet, um die Belastung für energieintensive Industrien zu verringern. Eine zentrale Änderung sieht vor, dass ab Mai keine überschüssigen Zertifikate mehr in die Marktstabilitätsreserve (MSR) aufgenommen werden – eine Maßnahme, die den CO₂-Preis drücken soll. Dies folgt auf monatelange Forderungen von Führungsvertretern der Chemieindustrie, darunter Evonik-Chef Christian Kullmann, der sich für tiefgreifende Reformen oder sogar die Abschaffung des Systems ausgesprochen hatte.

Anfang dieses Jahres hatte Kullmann den Emissionshandel öffentlich kritisiert und argumentiert, dass die hohen CO₂-Kosten – bis zu 70 Euro pro Tonne – die Wettbewerbsfähigkeit von Branchen wie der Chemie untergraben würden. Seine Position gewann an Gewicht, als er gemeinsam mit dem EU-Abgeordneten Peter Liese in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt pragmatische Lösungen und kluge Kompromisse forderte.

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Die jüngsten Vorschläge der Kommission markieren einen Kurswechsel. Seit 2019 waren überschüssige Zertifikate weiterhin in die MSR geflossen, was das Angebot verknappte und die Preise hochhielt. Durch die nun beschlossene Aussetzung dieser Aufnahme will die EU die Verfügbarkeit von Zertifikaten erhöhen und die Kosten kurzfristig senken, bevor umfassendere Reformen greifen.

Neben dieser vorübergehenden Entlastung umfasst das Reformpaket auch dauerhafte Änderungen: Die Streichung von Zertifikaten aus der MSR wird vollständig gestrichen, und die Benchmarks für Industrien wie die Chemie werden neu justiert. Mit diesen Anpassungen sollen langjährige Bedenken bezüglich der Auswirkungen des Systems auf energieintensive Unternehmen ausgeräumt werden.

Die ersten offiziellen Vorschläge für die ETS-Reform wird die Kommission an diesem Mittwoch vorlegen. Die überarbeiteten Maßnahmen sind eine direkte Reaktion auf den Druck der Industrie, insbesondere der Chemiehersteller, die mit den hohen CO₂-Preisen zu kämpfen haben. Durch die Erhöhung des Zertifikateangebots und die Anpassung der Benchmarks strebt die EU einen Ausgleich zwischen Klimazielen und wirtschaftlichen Realitäten an. Die Reformen gehen nun in die nächste Verhandlungsphase zwischen Mitgliedstaaten und Abgeordneten.

Quelle