07 April 2026, 04:05

Düsseldorf 2000: Zwei antisemitische Anschläge erschüttern die Republik

Gemälde zeigt die Belagerung von Dresden im Jahr 1685, das ein Feuer auf Wasser mit einem Boot voller Menschen zeigt, umgeben von Gebäuden, Bäumen und einem Himmel.

Düsseldorf 2000: Zwei antisemitische Anschläge erschüttern die Republik

Zwei antisemitische Anschläge erschütterten Düsseldorf im Jahr 2000 und markierten eine beunruhigende Zäsur in der Nachkriegsgeschichte der Stadt. Vor diesem Jahr hatte es dort seit dem Zweiten Weltkrieg keine schweren Vorfälle gegen jüdisches Leben gegeben. Die Gewalt löste landesweite Empörung und eine Welle der Solidarität in ganz Deutschland aus.

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Der erste Anschlag ereignete sich am 27. Juli 2000, als eine Bombe am S-Bahnhof Wehrhahn explodierte. Zehn Menschen wurden verletzt, darunter sechs Mitglieder der jüdischen Gemeinde. Trotz intensiver Ermittlungen blieb der Fall bis heute unaufgeklärt. 2017 und 2018 wurde zwar ein Mann mit Verbindungen zur rechtsextremen Szene festgenommen, später jedoch freigesprochen.

Drei Monate später, in der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober 2000, wurde die Düsseldorfer Synagoge Ziel eines Brandanschlags. Das Feuer richtete Sachschäden an, verletzte jedoch niemanden. Zwei Täter wurden später identifiziert, vor Gericht gestellt und 2001 verurteilt.

Die Anschläge lösten eine deutliche Reaktion der politischen Führung aus. Bundeskanzler Gerhard Schröder besuchte am 4. Oktober 2000 die Synagoge, verurteilte die Gewalt und rief zu einem "Aufstand der Anständigen" gegen Hass auf. In ganz Deutschland versammelten sich Menschen bei Solidaritätskundgebungen, um Antisemitismus eine Absage zu erteilen.

In diesem Oktober wird die jüdische Gemeinde Düsseldorf an den Jahrestag des Synagogenanschlags erinnern. Gleichzeitig gedenkt sie der Opfer des Hamas-Terrorangriffs vom 7. Oktober 2023. Die Ereignisse des Jahres 2000 hinterließen tiefe Spuren und veränderten, wie Stadt und Land Antisemitismus begegnen und seiner Opfer gedenken.

Quelle