15 April 2026, 10:06

Deutschlands Internetwirtschaft wächst rasant – doch Rechenzentren drohen zum Flaschenhals zu werden

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Deutschlands Internetwirtschaft wächst rasant – doch Rechenzentren drohen zum Flaschenhals zu werden

Deutschlands Internetwirtschaft steht vor rasantem Wachstum: Die Umsätze sollen von 245 Milliarden Euro im Jahr 2025 auf 389 Milliarden Euro bis 2030 steigen. Dieser Aufschwung, angetrieben durch Digitalisierung und künstliche Intelligenz, geht jedoch mit wachsenden Anforderungen an Rechenzentren einher – doch Experten warnen, dass das Angebot ohne dringende Maßnahmen weit hinter der Nachfrage zurückbleiben könnte.

Laut dem Branchenverband eco wird die IT-Anschlussleistung deutscher Rechenzentren bis 2030 voraussichtlich um etwa 50 Prozent steigen, von derzeit 2,4 auf 3,7 Gigawatt. Doch selbst dieser Zuwachs reicht nicht aus: Die Nachfrage könnte das Angebot um das Drei- bis Fünffache übersteigen. Aktuell liegt Deutschlands Rechenzentrumskapazität etwa 20-mal hinter der der USA zurück.

Der Verband nennt als Hauptgründe für die Engpässe den zögerlichen Ausbau von Glasfasernetzen, die zurückhaltende Digitalisierung kleiner und mittlerer Unternehmen sowie mangelnde Plattformkompetenz. Ohne zusätzliche Kapazitäten droht die Verlagerung von Rechenlasten ins Ausland – und damit ein Risiko für die digitale Souveränität Deutschlands.

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Oliver Süme, Vorsitzender des eco-Verbands, fordert die Politik auf, Rechenzentren bezahlbaren Grundlaststrom zu sichern. Hohe Industrie-Strompreise gefährdeten die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands, warnt er. Ohne Gegenmaßnahmen, so Süme weiter, könnte das Wachstum der Branche ins Stocken geraten – gerade in einer Phase, in der sie bis 2030 jährlich um durchschnittlich 9,7 Prozent expandieren soll.

Der Aufschwung der deutschen Internetwirtschaft hängt davon ab, kritische Infrastrukturdefizite zu überwinden. Bleibt die Rechenzentrumskapazität hinter der Nachfrage zurück, könnten Unternehmen ihre Aktivitäten ins Ausland verlagern – und die digitale Infrastruktur des Landes schwächen. Branchenvertreter drängen nun auf politische Weichenstellungen, um dieses Szenario abzuwenden.

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