29 April 2026, 02:10

Deutschland droht 2024 ein neuer Inflationsschub durch Golf-Krise

Ein blauer Liniengraph, der die Euro-Zonen-Inflation in den Vereinigten Staaten zeigt, mit erklärendem Text oben.

Deutschland droht 2024 ein neuer Inflationsschub durch Golf-Krise

Deutschland könnte bis Ende 2024 einen deutlichen Inflationsanstieg erleben, mit einer erwarteten Rate von 4,6 Prozent im Dezember. Der Anstieg folgt auf die eskalierenden Spannungen im Persischen Golf nach einem jüngsten US-Angriff auf den Iran. Ökonomen warnen, dass höhere Energiekosten die Preise erneut in die Höhe treiben könnten – ähnlich wie bei der Krise 2022, die durch Russlands Angriff auf die Ukraine ausgelöst wurde.

Die Inflation in Deutschland war 2022 stark gestiegen und hatte mit über 10 Prozent ihren Höhepunkt erreicht, bevor sie im Jahresdurchschnitt bei 6,9 Prozent lag. Haupttreiber war damals der Preisschock bei Energie infolge des Ukraine-Kriegs. Nun sagt das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) einen ähnlichen Verlauf voraus: Die Teuerungsrate werde im Laufe des Jahres 2024 kontinuierlich steigen.

Die Bundesregierung hat bereits Maßnahmen ergriffen, um die Belastung für Verbraucher abzumildern. Seit dem 1. Mai 2024 gilt eine temporäre Spritpreisbremse, die die Steuern auf Diesel und Benzin um etwa 17 Cent pro Liter senkt – allerdings nur für zwei Monate. Zudem dürfen Unternehmen ihren Beschäftigten nun einen steuerfreien Inflationsausgleichsbonus von bis zu 1.000 Euro zahlen, um die durch den US-Israel-Konflikt mit dem Iran verursachten Mehrkosten abzufedern.

In seiner jüngsten Prognose korrigierte das IW auch die durchschnittliche Inflationsrate für 2026 nach oben – von 2,7 Prozent im März 2024 auf nun 3,5 Prozent. Markus Demary, Geldpolitik-Experte des IW, empfiehlt weitere Entlastungen für einkommensschwache Haushalte, etwa durch eine Erhöhung der Entfernungspauschale. Dies würde die Fahrtkosten senken, während die Spritpreise weiter schwanken.

Die wirtschaftliche Lage Deutschlands verschärft die Probleme zusätzlich. Schwaches Wachstum bei gleichzeitig steigender Inflation setzt die Europäische Zentralbank (EZB) unter Druck. Sie könnte – wie bereits während der Energiekrise 2022 – eingreifen müssen, um die Preise zu stabilisieren und die Wirtschaft zu stützen.

Der erwartete Inflationsschub wird in den kommenden Monaten sowohl die Politik der Regierung als auch die der EZB auf die Probe stellen. Steuersenkungen und einmalige Zuschüsse sollen die akute finanzielle Belastung der Haushalte lindern. Langfristige Prognosen deuten jedoch darauf hin, dass die Teuerung bis weit ins Jahr 2026 über den früheren Erwartungen bleiben wird.

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