Bundesbank will Ein- und Zwei-Cent-Münzen abschaffen – und auf fünf Cent runden
Jana FuchsBundesbank will Ein- und Zwei-Cent-Münzen abschaffen – und auf fünf Cent runden
Die Bundesbank schlägt vor, Bargeldzahlungen in Deutschland künftig auf volle fünf Cent zu runden. Damit würden Ein- und Zwei-Cent-Münzen schrittweise abgeschafft, die kaum noch im Umlauf sind und oft gehortet statt ausgegeben werden. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass 56 Prozent der Deutschen den Vorschlag befürworten.
Mehrere europäische Länder wenden bereits ähnliche Systeme an. Finnland, die Niederlande, die Slowakei, Irland, Italien, Belgien und Estland runden Bargeldtransaktionen auf die nächsten fünf Cent. Bis März 2026 werden Belgien, Frankreich und Luxemburg verbindliche Rundungsregeln einführen – jeweils mit leichten Unterschieden: Belgien rundet an der Kasse, Frankreich nur den Endbetrag der Rechnung, und Luxemburg rundet pro Artikel, gleicht aber mögliche Mehreinnahmen für Händler aus.
Nach dem Plan der Bundesbank würden kleine Barzahlungen minimal angepasst: Ein Artikel für 3,99 Euro würde 4,00 Euro kosten, während ein Einkauf für 2,02 Euro auf 2,00 Euro abgerundet würde. Ziel ist es, die Herstellung, Verpackung und den Transport der selten genutzten Münzen zu reduzieren. Noch immer werden in Deutschland etwa die Hälfte aller Einkäufe im Laden bar bezahlt.
Einige Supermärkte in Nordrhein-Westfalen bieten Kunden bereits die Möglichkeit, ihre Rechnungsbeträge zugunsten wohltätiger Zwecke aufzurunden. Der Vorschlag der Bundesbank würde die Rundung jedoch für alle Bargeldtransaktionen verbindlich machen – und nicht nur für freiwillige Spenden.
Die Initiative soll den Umgang mit Bargeld effizienter gestalten und die Produktion überflüssiger Münzen verringern. Sollte der Plan umgesetzt werden, würde Deutschland sich anderen EU-Ländern anschließen, die bereits Kleingeld abschaffen. Die Änderung könnte zudem den Zahlungsverkehr für Verbraucher und Unternehmen vereinfachen.






