Bergisch Gladbachs Grundschulen kämpfen mit überfüllten Klassen und Förderlücken
Elias KrauseBergisch Gladbachs Grundschulen kämpfen mit überfüllten Klassen und Förderlücken
Grundschulen in Bergisch Gladbach stehen vor wachsenden Herausforderungen, da die Klassen immer größer werden und die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler vielfältiger werden. In einigen ersten Klassen sitzen mittlerweile 29 Kinder, viele von ihnen mit Lernschwierigkeiten oder besonderem Förderbedarf. Die Situation führt zu einem spürbaren Anstieg der Zahl der Kinder, die wegen Lücken in grundlegenden Fähigkeiten ein Schuljahr wiederholen müssen.
Ein zentrales Problem ist die zunehmende Zahl von Kindern, die ohne grundlegende Vorkenntnisse in die Schule kommen. Rund 25 Prozent der Schulanfänger zeigen behandlungsbedürftige Sprachauffälligkeiten, anderen fehlen motorische oder sozial-emotionale Kompetenzen. Viele haben aufgrund von Personalmangel und Notbetreuung in örtlichen Kitas nie einen Kindergarten besucht.
Um diese Defizite auszugleichen, haben die Schulen vorsschulische Förderung in ihren Unterricht integriert. Dazu gehören nun grundlegende Aufgaben wie das Erkennen von Reimen und Formen – Fähigkeiten, die traditionell im Kindergarten vermittelt werden. Trotz dieser Bemühungen haben immer mehr Erstklässler Probleme mit dem Lernen und dem Verhalten, was zu größeren Klassen und höheren Wiederholerquoten führt.
Schulleitungen planen die Klasseneinteilung mittlerweile strategisch, indem sie Zweitklässler identifizieren, die Gefahr laufen, nicht mitzukommen. Die flexible Schuleingangsphase in Nordrhein-Westfalen ermöglicht es Kindern, die erste Stufe in ein, zwei oder drei Jahren zu durchlaufen, wobei das dritte Jahr nicht in die offizielle Schullaufbahn eingerechnet wird. Dennoch ist die Zahl der Schüler, die die erste oder zweite Klasse wiederholen, in den letzten Jahren deutlich gestiegen.
Der Trend spiegelt die wachsenden Belastungen im Bereich der frühen Bildung in Bergisch Gladbach wider. Die Schulen passen sich an, indem sie vorsschulisches Lernen in den Lehrplan aufnehmen, doch große Klassen und mehr Wiederholer bleiben Realität. Ohne Verbesserungen in der vorschulischen Betreuung werden sich die Herausforderungen für die kommenden Schülergenerationen voraussichtlich weiter verschärfen.






