Bergisch Gladbach steht vor dem finanziellen Kollaps bis 2027
Bergisch Gladbach steuert auf eine sich verschärfende Finanzkrise zu: Der Haushalt 2026 weist ein Defizit von fast 50 Millionen Euro auf. Steigende Steuern und der Niedergang der Industrie verschärfen die Lage, während traditionsreiche Unternehmen schließen und die Arbeitslosigkeit ansteigt. Stadtvertreter warnen, dass die Pleite bereits 2027 drohen könnte.
Die finanziellen Probleme der Stadt brodelten bereits seit Jahren. 2021 deckten schwere Überschwemmungen im Strundepark Versäumnisse bei den Klimaschutzinvestitionen auf und ließen die Bevölkerung verletzlich zurück. Trotz veranschlagter Mittel gab es kaum Fortschritte bei der Vermeidung solcher Katastrophen.
Auch die Steuerlast ist deutlich gestiegen und liegt mittlerweile über dem Durchschnitt Nordrhein-Westfalens. Der Haushalt 2026 sieht weitere Erhöhungen vor – eine zusätzliche Belastung für Haushalte und Unternehmen.
Industriebetriebe ächzen unter verschärften Vorschriften. Die Zanders-Papierfabrik, ein 200 Jahre altes Traditionsunternehmen, brach nach einer Forderung von sieben Millionen Euro für CO₂-Zertifikate zusammen – 380 Arbeitsplätze gingen verloren. Isover, ein weiterer großer Arbeitgeber, stellte die Produktion wegen des Gebäudeenergiegesetzes ein, was 160 weitere Stellen kostete. Anfang 2025 planten bereits 38 Prozent der lokalen Industrieunternehmen Entlassungen.
Dr. Uwe Vetterlein, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer, erklärte im Februar 2026, die Deindustrialisierung schreite rasant voran. Die AfD-Fraktion legte einen Zehn-Punkte-Plan vor, um den Haushalt ohne Steuererhöhungen zu entlasten – doch dessen Wirkung bleibt ungewiss. Unterdessen räumte der Stadtkämmerer ein, dass eine Pleite bis 2027 kaum noch abzuwenden sei.
Das Haushaltsloch und der Arbeitsplatzabbau zeichnen ein düsteres Bild für Bergisch Gladbach. Ohne klare Lösungsansätze muss die Stadt nun steigende Kosten, regulatorischen Druck und die Gefahr des finanziellen Kollapses bewältigen. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob es der lokalen Politik gelingt, die Wirtschaft zu stabilisieren – bevor die Insolvenz unausweichlich wird.






