ZDK-Reformen spalten die Kfz-Branche: Machtkampf mit dem Handwerksverband eskaliert
Noah AlbrechtZDK-Reformen spalten die Kfz-Branche: Machtkampf mit dem Handwerksverband eskaliert
Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat weitreichende Satzungsreformen durchgesetzt und damit neue Spannungen mit dem Zentralverband Deutscher Kraftfahrzeug-Handwerke (ZVK) ausgelöst. Die im Januar verkündeten Änderungen zielen darauf ab, mehr Transparenz zu schaffen und aktuelle Branchenanforderungen widerzuspiegeln. Doch der Schritt hat die Grat zwischen den beiden Verbänden vertieft – Vorwürfe einer gezielten Spaltung machen die Runde.
Die Reformen führen strengere Regeln für die Verbandsführung ein, darunter die Vorgabe, dass mindestens ein Mitglied der Führungsebene aus dem Handwerksbereich stammen sollte. Personalentscheidungen werden künftig über die Mitgliederversammlung getroffen, was die gemeinsame Aufsicht reduziert. ZDK-Präsident Thomas Peckruhn und Geschäftsführer Jürgen Hasler begründen die Änderungen als notwendig, um den Verband zu modernisieren und an die Realitäten des heutigen Kfz-Handels anzupassen.
Der ZDK wirft dem ZVK vor, eine Trennung der bisher gemeinsam agierenden Gremien erzwungen zu haben. Als Reaktion wirbt der ZDK nun gezielt um markengebundene Autohäuser in Schlüsseregionen wie Bayern und Nordrhein-Westfalen. Geplant sind regionale Kampagnen, um die Reformen zu erklären und Werkstätten dazu zu bewegen, sich der Bonner Zentrale anzuschließen statt beim ZVK zu bleiben.
Bundesinnungsmeister Detlef Peter Grün, der den ZVK vertritt, betont hingegen, dass nur der Handwerksverband die Interessen unabhängiger Werkstätten wirklich vertreten könne. Peckruhn hingegen lässt die Tür für künftige Zusammenarbeit offen: Er räumt zwar die Belastung für die Betriebe ein, ruft den ZVK aber zu einer Rückkehr zur "konstruktiven Zusammenarbeit" auf.
Hinter den Kulissen hat sich der langjährige Streit um die Abgasuntersuchungsgebühren (AÜK) zwar juristisch beruhigt, doch Insider berichten, dass die tieferliegenden Konflikte ungelöst bleiben. Mit dem direkten Werben um Mitglieder versucht der ZDK offenbar, Massenabwanderungen während der Umstrukturierung zu verhindern.
Die Reformen markieren einen klaren Kurswechsel im ZDK: Die Führung wird straffer organisiert, die Mitgliedschaft stärker kontrolliert. Werkstätten in zentralen Bundesländern stehen nun vor der Entscheidung, ob sie beim Handwerksverband bleiben oder in die neue ZDK-Struktur wechseln. Die Branche beobachtet gespannt, ob die Änderungen die Beziehungen beruhigen – oder die beiden Lager weiter auseinandertreiben werden.