Wolfram Weimers Kopfpilz-Gedichte entfachen neue Debatte um Kulturminister
Jana FuchsWolfram Weimers Kopfpilz-Gedichte entfachen neue Debatte um Kulturminister
Kulturminister Wolfram Weimers frühe Gedichtsammlung Kopfpilz sorgt für Debatten
Die frühe Lyriksammlung Kopfpilz des deutschen Kulturministers Wolfram Weimer ist wiederaufgetaucht und löst eine kontroverse Diskussion aus. Die Aktivistin Martha Root übergab das Buch kürzlich an die Deutsche Nationalbibliothek und stellte es kostenlos online zur Verfügung. Die Sammlung enthält umstrittene Gedichte, die Fragen zu Weimers Vergangenheit und seiner aktuellen Rolle als Minister aufwerfen.
Root handelte, nachdem drei linke Buchhandlungen im März von einer Preisverleihung ausgeschlossen worden waren. Das Ministerium begründete dies mit „verfassungsschutzrelevanten Bedenken“. Sie lud Kopfpilz auf Archive.org hoch, wo es nun kostenlos heruntergeladen werden kann, und plant, ein physisches Exemplar zu versteigern, um die Initiative Lesen Hilft zu unterstützen, die linke Buchhandlungen fördert.
Die Gedichtsammlung enthält derbe Werke wie Vorfreude und Unglück. Root kritisiert, dass Weimers Weigerung, sich zu diesem frühen Material zu äußern, mit seiner Position als Kulturminister unvereinbar sei. Sein Ministerium geriet zunächst wegen einer umstrittenen Bibliothekserweiterung in die Kritik, bezeichnete die Entscheidung später jedoch als „Moratorium“.
Weimers ehemalige Firma, die heute von seiner Ehefrau geleitet wird, arbeitete mit seinem Ministerium zusammen, um kritische Medienberichte zu steuern. Zudem ließ sein Anwalt dem Satiriker Jan Böhmermann nach dessen Äußerungen über die Sammlung in der Sendung ZDF Magazin Royal einen Brief zukommen. Bereits im Dezember hatte Root während des Chaos Communication Congress die rechtsextreme Dating-Plattform White Date infiltriert.
Die erneute Veröffentlichung von Kopfpilz lenkt den Fokus auf Weimers Vergangenheit und die Entscheidungen seines Ministeriums. Die Online-Verfügbarkeit des Buches und die geplante Versteigerung unterstreichen die anhaltenden Spannungen. Die Kontroverse zeigt, wie stark der Minister unter Beobachtung steht – sowohl in Bezug auf sein Handeln als auch auf seine Verbindungen.






