Wie Kreuzau mit Digitalisierung die Verwaltung revolutioniert und Bürger entlastet
Noah AlbrechtWie Kreuzau mit Digitalisierung die Verwaltung revolutioniert und Bürger entlastet
Kreuzau, eine 18.000-Einwohner-Stadt in Nordrhein-Westfalen, hat bei der Digitalisierung seiner Dienstleistungen deutliche Fortschritte gemacht. Seit dem Sommer 2022 setzt die Kommune auf eine eigene Beauftragte, die diese Bestrebungen vorantreibt und neue Online-Systeme für Bürgerinnen, Bürger und Mitarbeiter einführt.
Maike Ochs übernahm Mitte 2022 die Position der Digitalisierungsbeauftragten in Kreuzau. Damals verfügte die Stadt zwar bereits über ein Dokumentenmanagementsystem, doch dessen Nutzung war in den verschiedenen Ämtern uneinheitlich. Ochs, die über einen externen IT-Dienstleister mit 80 Prozent einer Vollzeitstelle beschäftigt ist, machte sich daran, dies zu ändern.
Sie baute ein Team aus 16 Digital-Lotsen auf, die digitale Projekte begleiten und mitgestalten. Diese Lotsen fungieren mittlerweile als Ansprechpartner in jedem Fachbereich und bringen ihr Know-how in die Dienstleistungen ein, die digitalisiert werden sollen. Unter Ochs’ Führung führte Kreuzau mehrere neue Systeme ein:
Bürgerinnen und Bürger können Störmeldungen nun über eine eigene Plattform online melden. Ein digitales Buchungssystem ermöglicht es ihnen zudem, Sporteinrichtungen und Versammlungsräume ohne Papierkram zu reservieren. Auch Akten zu Wohngeld, Hundeanmeldungen und Personalunterlagen werden inzwischen vollständig digital geführt. Selbst die Flüchtlingsverwaltung wurde von Excel-Tabellen auf spezialisierte Software umgestellt.
Trotz dieser Fortschritte liegt Kreuzau im bundesweiten Vergleich noch vor vielen anderen Kommunen. Wie der Zukunftsradar Digitale Kommune 2023 zeigt, fehlt in der Hälfte aller deutschen Gemeinden nach wie vor eine Digitalisierungsbeauftragte.
Der Digitalisierungsschub hat die Abläufe für Bürger und Verwaltung gleichermaßen vereinfacht. Online-Störmeldungen, digitale Ressourcenbuchung und elektronische Aktenführung sind in Kreuzau längst Alltag. Die Veränderungen spiegeln einen bundesweiten Trend wider: die Modernisierung der lokalen Verwaltung in Deutschland.
