30 May 2026, 10:04

Warum Paul von Hindenburg nie für Kriegsverbrechen vor Gericht stand

"Es gibt keine Beweise"

Warum Paul von Hindenburg nie für Kriegsverbrechen vor Gericht stand

Nach dem Ersten Weltkrieg setzte sich Frankreich für die Auslieferung des deutschen Generalfeldmarschalls Paul von Hindenburg ein, um ihn wegen Kriegsverbrechen vor Gericht zu stellen. Sein Fall wurde jedoch nie ordnungsgemäß vor Gericht verhandelt. Historiker diskutieren noch heute über seine Rolle und ob Gerechtigkeit gesiegt hat.

In den Jahren nach dem Krieg fanden zwischen 1921 und 1927 die Leipziger Prozesse statt. Diese Verfahren sollten deutsche Militärs anklagen, die beschuldigt wurden, Kriegsverbrechen begangen zu haben. Doch aufgrund der schwachen Unterstützung durch die Alliierten und der öffentlichen Gleichgültigkeit mussten nur wenige ernsthafte Konsequenzen fürchten.

Frankreich forderte insbesondere die Auslieferung Hindenburgs und argumentierte, er müsse sich für sein Handeln verantworten. Doch es kam nie zu einem Prozess. Der Historiker Dr. Gerd Hankel stellte später fest, dass Hindenburgs Kriegsbilanz ihn nicht von seiner Verantwortung entlaste. Zudem gebe es keine Beweise, die belegten, dass der Generalfeldmarschall kein Kriegsverbrecher gewesen sei.

Unterdessen blieb ein weiterer prominenter deutscher Offizier, Erwin Rommel, weitgehend von solchen Vorwürfen unberührt. Im Gegensatz zu Hindenburg geriet Rommel nie ins Visier der alliierten Ankläger nach dem Krieg.

Letztlich scheiterten die Leipziger Prozesse daran, für Persönlichkeiten wie Hindenburg eine echte Rechenschaft herbeizuführen. Frankreichs Forderung nach seiner Auslieferung blieb unerfüllt, und seine Handlungen während des Krieges wurden nie umfassend vor Gericht geprüft. Das Fehlen einer Verfolgung ließ historische Fragen ungelöst.

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