Warendorf beharrt auf umstrittenen Straßennamen trotz NS-Vergangenheit
Stadt Warendorf behält umstrittene Straßennamen bei
Der Stadtrat von Warendorf hat beschlossen, die Namen von drei Straßen trotz Bedenken wegen ihrer historischen Verknüpfungen beizubehalten. Die Entscheidung erfolgt entgegen einer Empfehlung einer Bürgerkommission, die eine Umbenennung wegen mutmaßlicher Verbindungen zum Nationalsozialismus gefordert hatte. Eine Mehrheitskoalition blockierte die Änderungen und begründete dies mit finanziellen und administrativen Gründen.
Die Bürgerkommission hatte ursprünglich Wagenfeldstraße, Agnes-Miegel-Weg und Heinrich-Tenhumberg-Straße als problematisch eingestuft. In ihrem Bericht schlug sie vor, die Straßen umzubenennen, da die Namensgeber mutmaßlich mit dem NS-Regime in Verbindung standen. Doch am 11. März 2026 stoppte der Kultur- und Schulausschuss – geführt von CDU, FWG und FDP – das Vorhaben.
Die Koalition argumentierte, der Austausch der Straßenschilder würde 5.700 Euro kosten – ein Betrag, den sie als zu hoch ansah. Alternativvorschläge, etwa den Spruch des Warendorfer Autors Paul Schallück durch ein Zitat von Agnes Miegel auf der Rathaus-Gedenktafel zu ersetzen, wurden abgelehnt. Der Ratsherr André Wenning (FWG) betonte, die Wünsche der Anwohner hätten für die Entscheidung mehr Gewicht als historische Bedenken.
Reinhold Schoppmann, Vertreter des Bürgerbündnisses, kritisierte das Ergebnis scharf. Er nannte die Entscheidung enttäuschend, da sie die Erkenntnisse der Kommission ignorierte. Da keine weiteren Schritte geplant sind, bleiben die Straßennamen – und die Gedenktafel – unverändert.
Mit der Ablehnung bleiben die drei Straßen und die Tafel am Rathaus bestehen. Die Stadt bestätigte, dass keine weiteren Prüfungen oder Umbenennungsverfahren anstehen. Die Entscheidung zementiert den Status quo und stellt Haushaltsbelange über eine historische Aufarbeitung.






