Tigerparks in Thailand: Hinter der Fassade der sanften Raubkatzen droht brutale Realität
Lea BraunTigerparks in Thailand: Hinter der Fassade der sanften Raubkatzen droht brutale Realität
Ein tiefer, dröhnender Brüll hallt durch die Luft im Tigerpark von Pattaya, wo Besucher den sanft wirkenden Raubkatzen über das Fell streichen können. Doch hinter den Kulissen mehren sich die Bedenken um das Wohl dieser Tiere: Berichte über brutale Dressurmethoden und beengte Lebensbedingungen sorgen für Aufsehen. Tierrechtler wie PETA Asien üben scharfe Kritik, während jüngste Krankheitsausbrüche zusätzliche Alarmstimmung auslösen.
Die Tiger in Parks wie dem in Pattaya werden bereits im Jungtieralter darauf trainiert, in der Nähe von Touristen gefügig zu bleiben. Die Methoden, mit denen diese Unterwürfigkeit erreicht wird, gelten als hart – und lösen bei Tierschützern Empörung aus. Besucher, darunter eine chinesische Familie, deren Vater später einräumte, zwiespältige Gefühle gehabt zu haben, können die Großkatzen aus nächster Nähe erleben, sie sogar unter Aufsicht streicheln.
In benachbarten Einrichtungen hat Krankheit verheerende Spuren hinterlassen. Anfang dieses Jahres starben in zwei Tigerparks im Norden Thailands 72 Tiger, nachdem sie sich mit Staupe und bakteriellen Infektionen angesteckt hatten. Die Todesfälle unterstreichen die Risiken, die mit der Haltung großer Tigerbestände in beengtem, stressreichem Umfeld einhergehen. Unterdessen wird das jüngste Tier des Parks, die einjährige Tigerin Nivea, weiterhin zur Schau gestellt.
Wildtierexperten verweisen auf einen Widerspruch in Thailands Tigerschutz: Während in geschützten Gebieten etwa 200 Tiger frei umherstreifen und die wildlebende Population in den letzten Jahren Anzeichen einer Erholung zeigt, stehen die Zustände in touristischen Parks weiterhin in der Kritik. Die Tiere werden oft auf engstem Raum gehalten und sind ständig dem Trubel ausgesetzt.
Der Tod von 72 Tigern durch Krankheiten und die anhaltenden Bedenken um ihr Wohl setzen Thailands Tigerparks erneut unter Druck. Aktivisten fordern dringende Reformen bei Haltung und Dressur. Doch Parks wie der in Pattaya bleiben vorerst geöffnet – und bieten Begegnungen auf Tuchfühlung, die bei manchen Besuchern ein mulmiges Gefühl hinterlassen.






