05 April 2026, 08:06

Steuerzahler zahlen Millionen für gescheiterten Thorium-Reaktor in Hamm

Diagramm eines Atomkraftwerks mit einem Haus, einem Turm und Wasser im Hintergrund, begleitet von erklärendem Text.

Steuerzahler zahlen Millionen für gescheiterten Thorium-Reaktor in Hamm

Der Thorium-Hochtemperaturreaktor (THTR-300) in Hamm, Nordrhein-Westfalen, hinterlässt ein kostspieliges Erbe. Ursprünglich ein politisches Projekt und kein von der Industrie getragenes Vorhaben, war der Reaktor nur drei Jahre in Betrieb, bevor er 1989 abgeschaltet wurde. Nun, da die Betreiberfirma insolvent ist, müssen die Steuerzahler die hohen Kosten für den Rückbau tragen.

Der Bau des THTR-300 begann mit starker staatlicher Unterstützung: Die Bundesregierung investierte 1,284 Milliarden Euro, das Land Nordrhein-Westfalen steuerte 233 Millionen Euro bei. Der Reaktor, ausgelegt für eine Leistung von 300 Megawatt, nutzte Brennelemente mit 93-prozentig angereichertem, waffenfähigem Uran – ein Material, das sich leicht für militärische Zwecke abtrennen ließ.

1977 stoppten die USA die Lieferungen von hochangereichertem Uran für solche Reaktoren aus Sorge vor Weiterverbreitung. Dadurch war der THTR-300 auf begrenzte Vorräte angewiesen, was die finanzielle Belastung weiter verschärfte. Trotz dieser Herausforderungen blieb das Kraftwerk bis zum 1. September 1989 in Betrieb, als fehlerhafte Betriebsabläufe und gebrochene Haltebolzen in der Heißgasleitung die Stilllegung erzwangen.

Der Beschluss zum Rückbau fiel bereits 1986 nach einem Unfall am 4. Mai desselben Jahres, doch das Verfahren zog sich hin. Bisher beliefen sich die Kosten auf rund 441 Millionen Euro, wobei der Bund 133 Millionen, das Land 152 Millionen und die Betreiberfirma Hochtemperatur-Kernkraftwerk GmbH (HKG) 156 Millionen Euro übernahm. Doch HKG meldete am 23. September 2025 Insolvenz an, sodass die verbleibenden Ausgaben nun aus öffentlichen Mitteln gedeckt werden müssen.

Ein Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf bestätigte, dass weder das Land noch der Bund zusätzliche Rückbaukosten tragen müssen. Die vollständige Demontage des Reaktors ist nun für den Zeitraum von 2028 bis 2044 vorgesehen.

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Der Rückbau des THTR-300 wird sich über 16 Jahre erstrecken, wobei die Steuerzahler den Großteil der finanziellen Last tragen müssen. Die kurze Betriebsdauer und die hohen Kosten des Reaktors haben nachhaltige Spuren in den öffentlichen Haushalten hinterlassen. Ohne weitere staatliche Eingriffe werden die verbleibenden Ausgaben auf die Haushalte von Land und Bund entfallen.

Quelle