12 June 2026, 12:04

Rücktritt von EKD-Ratsvorsitzender Kurschus nach Missbrauchsvorwürfen

"Auch wichtig für die Glaubwürdigkeit unserer Präventions- und Aufklärungsarbeit in Solingen"

Rücktritt von EKD-Ratsvorsitzender Kurschus nach Missbrauchsvorwürfen

Annette Kurschus ist von ihren Ämtern als Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und als leitende Bischof der Evangelischen Kirche von Westfalen zurückgetreten. Ihr Rücktritt erfolgt vor dem Hintergrund von Medienberichten, die sie mit früheren Vorwürfen sexualisierter Gewalt innerhalb der Kirche in Verbindung bringen. Thomas Förster, stellvertretender Superintendent des Kirchenkreises Solingen der Evangelischen Kirche, hat ihre Entscheidung unterstützt.

Laut Medienberichten könnte Kurschus bereits in den späten 1990er-Jahren, als sie als Gemeindepfarrerin in Siegen tätig war, von schweren Vorwürfen gegen einen Kirchenmitarbeiter gewusst haben. In ihrer Rücktrittserklärung wies sie diese Vorwürfe zurück, betonte jedoch die Notwendigkeit, das Leid der Betroffenen anzuerkennen. Förster bezeichnete ihren Rücktritt als eine respektvolle Geste, die das Vertrauen der von sexualisierter Gewalt Betroffenen in den Vordergrund stelle.

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In Solingen verfügt die Evangelische Kirche seit 2018 über ein Schutzkonzept, das sexualisierte Gewalt und Verstöße gegen die sexuelle Selbstbestimmung verhindern soll. Dazu gehören verpflichtende Schulungen für alle hauptamtlichen Mitarbeiter:innen, Ehrenamtlichen und Gremien. Das Konzept legt zudem klare Richtlinien für den Umgang mit Meldungen fest und schreibt vor, bei Verdacht auf strafbare Handlungen die Strafverfolgungsbehörden einzuschalten.

Betroffene in Solingen können weiterhin Unterstützung erhalten. Innerhalb der Kirche stehen vertrauenswürdige Ansprechpartner:innen zur Verfügung, ebenso wie FABS, eine unabhängige, nicht-kirchliche Organisation, die Hilfe anbietet.

Kurschus’ Rücktritt markiert einen bedeutenden Moment für die EKD. Die Schutzmaßnahmen in Solingen bleiben weiterhin eine wichtige Grundlage, um Missbrauch zu verhindern und Betroffene zu unterstützen. Wer Hilfe sucht, kann sich nach wie vor an die zuständigen Beratungsstellen oder externe Organisationen wenden, um vertrauliche Unterstützung zu erhalten.

Quelle