28 March 2026, 18:08

Revolutionärer Filter stoppt Mikroplastik aus Waschmaschinen zu 99 Prozent

Nahaufnahme einer braunen und schwarzen Seeohrschnecke auf einem Plastikbehälter mit Wassertropfen.

Revolutionärer Filter stoppt Mikroplastik aus Waschmaschinen zu 99 Prozent

Forscher der Universität Bonn haben einen neuartigen Filter entwickelt, der die Mikroplastikbelastung durch Waschmaschinen bekämpfen soll. Das Gerät, inspiriert von der Art und Weise, wie Fische ihre Nahrung filtern, entfernt in Tests mehr als 99 Prozent der Kunststofffasern. Würde es flächendeckend eingesetzt, könnte es die Menge an Mikroplastik, die jährlich in die Umwelt gelangt, deutlich verringern.

Der Filter funktioniert nach dem Vorbild des Kiemenreusensystems, wie es bei Fischen wie Makrele oder Sardine vorkommt. Mithilfe der Querstromfiltration fängt er Mikroplastikpartikel im Abfluss der Waschmaschine ab, ohne dabei zu verstopfen. Nutzer können die gesammelten Kunststofffasern anschließend absaugen und zu einem kleinen Pellet komprimieren, das sich einfach entsorgen lässt.

Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt setzt allein durch das Waschen von Kleidung jährlich bis zu 500 Gramm Mikroplastik frei. Diese winzigen Partikel passieren derzeit ungehindert Kläranlagen und landen im Klärschlamm, der als Dünger auf Feldern ausgebracht wird – und so in Böden und Gewässer gelangt. Studien haben Mikroplastik bereits in Muttermilch, Plazenten und sogar in menschlichem Hirngewebe nachgewiesen, was Bedenken hinsichtlich möglicher Langzeitfolgen für die Gesundheit weckt.

Die Universität Bonn und das Fraunhofer-Institut haben die Technologie patentiert und beschreiben sie als kostengünstig in der Herstellung. Die Forscher fordern nun die Hersteller auf, den Filter in neue Waschmaschinen zu integrieren. Mindestens zehn große Marken – darunter Bosch, Siemens, Miele, Samsung und LG – könnten das System übernehmen, falls es bis 2025 marktreif ist.

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Der neue Filter bietet eine praktische Lösung, um Mikroplastik bereits an der Quelle zu reduzieren. Bei breiter Einführung könnte er verhindern, dass jährlich Hunderte Gramm Kunststofffasern in die Umwelt gelangen. Der nächste Schritt hängt nun davon ab, ob die Hersteller die Technologie in zukünftige Waschmaschinenmodelle einbauen.

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