Preisproteste an der Mailänder Scala: Warum die Loggionisti aufbegehren
Preiserhöhungen an der Mailänder Scala sorgen für Aufruhr
Die Ticketpreise im Opernhaus La Scala in Mailand sind für einige Plätze deutlich gestiegen. Die Erhöhung hat vor allem unter den treuen Besuchern Unmut ausgelöst – insbesondere bei den „Loggionisti“, den Stammgästen der oberen Ränge. Die Theaterleitung betont jedoch, dass die Anpassungen begrenzt seien und der finanziellen Stabilität dienten.
Die Preise für 36 Premium-Plätze stiegen um über 30 Prozent. Abo-Karten, die bisher 800 Euro kosteten, beginnen nun bei 1.050 Euro. Dennoch bleibt die durchschnittliche Erhöhung gering: Die Plätze in der Galerie wurden zwischen den Spielzeiten 2025/26 und 2026/27 lediglich um 1,48 Euro teurer.
Bei der Premiere von Verdis „Carmen“ kam es zu Protesten, als aus den oberen Rängen Flugblätter gegen die Preiserhöhungen geworfen wurden. Die Scala-Führung relativiert die Kritik und verweist darauf, dass nur ein Bruchteil der 531 Plätze betroffen sei.
Die Anpassung erfolgt nach einer Jahrzehnt lang stabilen Preispolitik. Als Gründe werden anstehende Tarifverhandlungen mit den Mitarbeitern sowie die Notwendigkeit genannt, Werkstätten umzusiedeln. Intendant Fortunato Ortombina sicherte zu, unter seiner Leitung keine weiteren Erhöhungen vorzunehmen. Die Scala bleibt damit das teuerste Theater Europas – nur das Salzburger Festspiele-Programm ist noch kostspieliger.
Die neuen Preise gelten ab sofort. Während die meisten Plätze nur minimal teurer werden, sorgt die deutliche Erhöhung bei ausgewählten Tickets für heftige Reaktionen. Die Maßnahme soll finanzielle Herausforderungen bewältigen, ohne den Ruf des Hauses als elitäre Kulturinstitution zu gefährden.






