14 June 2026, 04:04

Pfändungsschutzkonten versagen: Warum Betroffene oft ohne Geld dastehen

Telefonische Sprechstunden        Caritas warnt vor Problemen mit P-Konten

Pfändungsschutzkonten versagen: Warum Betroffene oft ohne Geld dastehen

Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung (AG SBV) deckt schwere Mängel bei Pfändungsschutzkonten auf

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Während der Aktionswoche Schuldnerberatung hat die Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung (AG SBV) gravierende Defizite bei deutschen Pfändungsschutzkonten (P-Konten) aufgedeckt. Lokale Beratungsstellen berichten von häufigen Verzögerungen bei der Umstellung der Konten, wodurch viele Betroffene keinen Zugang zu dringend benötigten Geldern haben.

Wird ein Pfändungsbeschluss erlassen, sperren Banken automatisch alle Mittel auf dem Girokonto. Die Inhaber müssen dann selbst die Umwandlung in ein P-Konto beantragen, um ihren pfändungsfreien Betrag zu sichern. Doch oft greifen die gesetzlichen Schutzmechanismen nicht rechtzeitig – die Konten bleiben unnötig blockiert.

Auch die Caritas Kempen-Viersen, die in Viersen, Dülken und Schwalmtal Beratungsstellen betreibt, beobachtet dieses Problem regelmäßig. Simone Stahn-Florian, Schuldnerberaterin der Organisation, kritisiert unklare gesetzliche Regelungen und uneinheitliche Bankenpraktiken als Hauptursachen. Sie fordert klarere Vorschriften, besser geschultes Personal und wirksame Sanktionen für Banken, die gegen die Bestimmungen verstoßen.

Monatlich sind in Deutschland zwischen 300.000 und 350.000 Konten von Pfändungen betroffen. Im Rahmen der Aktionswoche bietet Elisabeth Mankertz von der Caritas Viersen telefonische Beratung für Hilfesuchende an.

Zudem übt die AG SBV Kritik an den Basisgirokonten, die eigentlich allen Bürgerinnen und Bürgern den Zugang zu einem Konto garantieren sollen. Ohne strengere Kontrollen und eindeutigere Standards werden viele Menschen auch künftig in finanziellen Notlagen den Zugang zu ihrem Geld verlieren.

Quelle