25 April 2026, 18:06

NRW setzt neue Maßstäbe für ökologische Solarparks auf Freiflächen

Balkendiagramm, das große Solarfarmen im Jahr 2022 mit ihren Leistungsfaktoren zeigt, begleitet von erklärendem Text.

NRW setzt neue Maßstäbe für ökologische Solarparks auf Freiflächen

Nordrhein-Westfalen veröffentlicht neue Richtlinien zur ökologischen Bewertung von Freiflächen-Solaranlagen

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Die Landesanstalt für Natur, Umwelt und Klimaschutz in Nordrhein-Westfalen hat neue Leitlinien für die Bewertung der ökologischen Auswirkungen von Solarparks auf Freiflächen vorgelegt. Damit soll die Prüfung solcher Anlagen standardisiert werden – ein Schritt, der mit dem ehrgeizigen Ausbau der Solarenergie in den kommenden Jahrzehnten einhergeht.

Das Papier führt ein Punktesystem von null bis fünf für verschiedene Bereiche einer Solaranlage ein. Flächen direkt unter den Modulen erhalten in der Regel einen Punkt und werden damit ökologisch gleichbewertet wie Schotterwege. Teilversiegelte Flächen, etwa Kieswege, werden ebenfalls mit einem Punkt bewertet, während vollständig versiegelte Bereiche wie Zufahrtsstraßen null Punkte erhalten und damit eine vollständige ökologische Ausgleichsmaßnahme erfordern.

Die Bewertung der Zwischenräume zwischen den Modulreihen hängt vom angestrebten Lebensraum ab. Hier reichen die Abzüge von einem halben bis zu einem ganzen Punkt. Um die Naturverträglichkeit zu erhöhen, empfiehlt die Behörde, die Reihen mindestens fünf Meter voneinander entfernt aufzustellen und die Module um 0,8 Meter oder mehr anzuheben. Zudem sollte auf Betonfundamente möglichst verzichtet werden.

Laut Landesenergieplan soll die Solarstromkapazität von derzeit 13,21 Gigawatt bis 2030 auf 21 bis 27 Gigawatt steigen und bis 2040 sogar 50 Gigawatt erreichen. Doch der Landesverband Erneuerbare Energien NRW übt Kritik an den neuen Vorgaben. Die Bewertung der Flächen unter und zwischen den Modulen sei wissenschaftlich nicht ausreichend belegt und zu niedrig angesetzt, so der Verband.

Die Richtlinien zielen darauf ab, eine einheitliche Grundlage für die Berechnung ökologischer Ausgleichsmaßnahmen im Land zu schaffen. Solarprojektierer müssen künftig standardisierte Kriterien bei der Planung beachten. Die Debatte darüber, wie sich der Ausbau erneuerbarer Energien mit dem Naturschutz in Einklang bringen lässt, wird voraussichtlich weitergehen.

Quelle