NRW kündigt Porr-Vertrag für Rheinbrücke – Fertigstellung bis 2028 geplant
Noah AlbrechtNRW kündigt Porr-Vertrag für Rheinbrücke – Fertigstellung bis 2028 geplant
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst hat die Entscheidung des Landes verteidigt, den Vertrag mit dem Bauunternehmen Porr für die neue Rheinbrücke zu beenden. Der Schritt soll die Fertigstellung des Projekts beschleunigen, das nun bis Mitte 2028 abgeschlossen werden soll. Wüst begründete die Kündigung mit fachlichem Rat und der Zustimmung der Bundesregierung.
Der Vertrag war aufgrund systematischer Mängel und schwerwiegender Fehler in Stahlkomponenten aus chinesischer Produktion gekündigt worden. Wüst bestätigte, dass er die Beendigung der Zusammenarbeit gebilligt habe, um den Brückenbau zu beschleunigen. Das Projekt umfasst zwei parallele Brücken, von denen eine bereits in Betrieb ist, während die zweite derzeit entsteht.
Aktuell laufen die Stahlbauarbeiten, und die Montage der Pylone soll im September 2026 beginnen. Parallel dazu entbrennt vor dem Landgericht Köln ein Rechtsstreit: Die Bundesregierung fordert von Porr Schadensersatz in Höhe von über 350 Millionen Euro. Das Unternehmen wiederum verlangt mehr als 200 Millionen Euro für erbrachte Leistungen und nicht erfüllte Aufträge.
Der finanzielle Streit könnte sich inklusive Zinsen und Zeszinsen auf bis zu eine Milliarde Euro belaufen. Die Zivilkammer des Gerichts hat für den 16. Oktober eine Verhandlung angesetzt, um die Forderungen im Detail zu prüfen.
NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer erwartet unabhängig vom Ausgang des Prozesses keine negativen Folgen für das Land. Die Fertigstellung der Brücke bleibt für Mitte 2028 geplant. Die gerichtliche Auseinandersetzung wird über die finanziellen Konsequenzen des gekündigten Vertrags entscheiden.
