17 March 2026, 16:11

NRW führt schärferes Mieterschutzgesetz gegen Slum-Vermieter ein

Plakat an einer Wand mit dem Text "Wiederansiedlung: Felder werden durch Missbrauch ihrer Fruchtbarkeit beraubt" umgeben von einem Haus, Bäumen und Wasser.

Wie NRW den Missbrauch von Wohnungen stoppt - NRW führt schärferes Mieterschutzgesetz gegen Slum-Vermieter ein

Nordrhein-Westfalen verschärft Vorgehen gegen schlechte Wohnverhältnisse und ausbeuterische Vermieter mit neuem Mieterschutzgesetz

Die Landesregierung hat einen Gesetzentwurf für ein "Fair-Wohnen-Gesetz" verabschiedet, das strengere Regeln für Kurzzeitvermietungen, Qualitätskontrollen und Sanktionen gegen Slum-Unterkünfte vorsieht. Behörden erhalten damit weitreichendere Befugnisse, um gegen Problemimmobilien vorzugehen – darunter Bußgelder von bis zu 500.000 Euro.

Das geplante Gesetz zielt auf langjährige Missstände in Städten wie Duisburg, Dortmund, Gelsenkirchen und Essen. In den vergangenen fünf Jahren häufen sich dort Vorwürfe wegen menschenunwürdiger Arbeiterwohnungen und Slum-Bedingungen. 2023 wurde das Duisburger Immobilienunternehmen Wohnbau zu einer Strafe von 500.000 Euro verurteilt und musste 150 Wohneinheiten schließen, nachdem Inspektionen schwere Verstöße aufdeckten. Ein Jahr später stand Ruhrwohnung GmbH aus Dortmund unter Zwangsverwaltung und sah sich wegen Verstößen gegen die Bauordnung mit Strafverfahren konfrontiert.

Neue Regeln für Vermieter und Kommunen Künftig können Städte eine "Fair-Wohnen-Zertifizierung" für Mietobjekte verlangen, um Mindeststandards zu garantieren. Die Grenze für genehmigungsfreie Kurzzeitvermietungen sinkt von 90 auf 56 Tage pro Jahr. Ausbeuterische Vermieter oder Anbieter von unzumutbarem Wohnraum müssen mit expliziten Vermietverboten und höheren Strafen rechnen.

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Die Behörden erhalten zudem erweiterte Instrumentarien, um gegen Problemimmobilien vorzugehen: Dazu gehören die Bestellung von Treuhändern für vernachlässigte Gebäude oder – in Extremfällen – Enteignungen, allerdings erst nach gescheiterten Kaufversuchen und Sanierungsbemühungen. Zudem soll die Zusammenarbeit zwischen Sozial- und Wohnungsämtern verbessert werden, um Betrugsfälle schneller zu erkennen.

Mehr Schutz für Mieter in Notlagen Das Land setzt sich außerdem für ein bundesweites "soziales Zurückbehaltungsrecht" ein, um Mieter in Härtefällen vor Kündigungen zu schützen. Bei Zustimmung könnte das Gesetz bereits im Herbst in Kraft treten.

Systematische Probleme im Mietmarkt angehen Das Fair-Wohnen-Gesetz soll die strukturellen Defizite im nordrhein-westfälischen Wohnungsmarkt bekämpfen – durch schärfere Kontrollen, höhere Strafen und klare Verbote ausbeuterischer Praktiken. Besonders betroffen sind Städte mit einer Historie von Wohnungsverstößen wie Duisburg und Dortmund, wo die Auswirkungen nach Inkrafttreten des Gesetzes am direktesten spürbar sein werden.

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