Neue Ära für Deutschlands Tischtennis-Team ohne Timo Boll bei der EM
Deutschlands Tischtennis-Team startet mit einer neuen Ära in die Europameisterschaft
Zum ersten Mal seit Timo Bolls Rücktritt geht die Mannschaft ohne ihren langjährigen Star ins Rennen. Das Team steht nun vor höheren Erwartungen – gemessen an zwei Jahrzehnten der Vorherrschaft in Europa und auf der Weltbühne.
In den vergangenen 20 Jahren sicherte sich Deutschland neun Mannschafts-Europameistertitel, erreichte sechs WM-Finals und gewann vier olympische Medaillen. Namen wie Boll und Dimitrij Ovtcharov machten das Männerteam in Europa einst unschlagbar. Doch mit ihrem Abschied und dem Aufstieg konkurrierender Nationen hat sich das Kräfteverhältnis verschoben.
Die aktuelle Herrenmannschaft, mit Spielern auf den Weltranglistenplätzen 8, 14 und 15, wird von Benedikt Duda (31), Dang Qiu (28) und Patrick Franziska (33) angeführt. Nationaltrainer Jörg Roßkopf hat ein klares Ziel vorgegeben: Deutschland soll wieder Europas führende Tischtennis-Nation werden. Bei den Frauen setzt man auf Sabine Winter, die nationale Nummer eins, die mit 32 Jahren ihr Spiel revolutionierte – durch einen Belagwechsel und eine neue Spielweise.
Zu den aufstrebenden Talenten zählt Annett Kaufmann, die Junioren-Weltmeisterin, die nun eine Schlüsselrolle im Frauenteam einnimmt. Die in Kroatien geborene Nationaltrainerin Tamara Boros bringt dabei eigene Erfahrung mit: Sie war 2003 die letzte Europäerin, die eine Einzelmedaille bei einer WM gewann.
Doch über dem Turnier schwebt Unsicherheit. Das IOC plant, die getrennten Mannschaftswettbewerbe der Männer und Frauen bei Olympia durch ein gemischtes Teamformat zu ersetzen. Deutschland hofft, dass die bestehenden Teamwettkämpfe auf Welt- und Europameisterschaftsebene davon unberührt bleiben.
Ohne die Legenden der Vergangenheit, aber mit einer Mischung aus Erfahrung und jungem Talent geht das deutsche Team in diese Meisterschaft. Seine Leistung wird zeigen, ob die lange Dominanz gehalten werden kann. Gleichzeitig bleibt die Zukunft der Mannschaftswettbewerbe im internationalen Tischtennis weiter umstritten.






