Netzausbau für erneuerbare Energien: Wie Milliardenkosten gespart werden können
Lea BraunNetzausbau für erneuerbare Energien: Wie Milliardenkosten gespart werden können
Netzbetreiber kämpfen mit dem rasanten Ausbau der erneuerbaren Energien
Während der Bedarf an neuen Stromleitungen steigt, wachsen auch die Kosten für den Netzausbau. Eine aktuelle Studie des Energiewirtschaftlichen Instituts (EWI) an der Universität zu Köln zeigt nun Wege auf, diese Ausgaben deutlich zu senken.
Das EWI hat die finanziellen Belastungen der Verteilnetze durch den Ausbau der erneuerbaren Energien analysiert. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Netzausbau bis 2045 Investitionen von bis zu 350 Milliarden Euro erfordern könnte. Die Kosten pro Kilowatt Leistung liegen je nach Technologie und Standort zwischen 61 und 180 Euro.
Optimierte Anbindung von Wind- und Solarparks Um die Ausgaben zu reduzieren, schlägt das EWI vor, die Anbindung von Wind- und Solaranlagen an das Netz effizienter zu gestalten. Statt separate Leitungen für jede Anlage zu verlegen, könnten mehrere erneuerbare Energiequellen an einem gemeinsamen Netzanschlusspunkt gebündelt werden. Dadurch ließen sich jährlich 1,8 Milliarden Euro einsparen. Zudem würde diese Lösung die Netzeffizienz steigern, indem Energieverluste und Abregelungen verringert werden.
Ein weiterer Vorschlag sieht vor, Batteriespeicher hinter den Netzanschlusspunkten zu installieren. Diese Systeme könnten Überschussenergie zwischenspeichern, Überlastungen verhindern und Stromverluste minimieren. Allerdings weist das EWI darauf hin, dass die aktuellen Anreize für solche Optimierungen noch unzureichend sind. Ohne verbesserte Fördermodelle könnten einige Lösungen ihr volles wirtschaftliches Potenzial nicht entfalten.
Schweiz setzt auf mehr Transparenz Unterdessen hat das Bundesamt für Energie der Schweiz ein neues Dashboard eingeführt, um die Planung für Netzbetreiber zu erleichtern. Das Tool liefert regionale Prognosen zur Solarstromerzeugung und ermöglicht so eine präzisere Steuerung der Netze.
Die Vorschläge des EWI zeigen konkrete Maßnahmen auf, um die Kosten des Netzausbaus zu senken und gleichzeitig die Effizienz zu steigern. Gemeinsame Anschlüsse und bessere Speicherlösungen könnten die finanzielle Belastung der Betreiber verringern. Doch ohne angepasste Anreize und Geschäftsmodelle bleiben einige Einsparpotenziale möglicherweise ungenutzt.






