05 April 2026, 04:06

Münster beleuchtet 2025 die deutsche Kolonialgeschichte mit Ausstellungen und Studientagen

Alte Plakatwerbung für den "Großen Ballon Captif de l'Exposition Universelle" mit Illustrationen von Heißluftballons, Gebäuden, Bäumen und dem Himmel, begleitet von Text über das Ereignis.

Münster beleuchtet 2025 die deutsche Kolonialgeschichte mit Ausstellungen und Studientagen

Städtisches Museum Münster zeigt im Oktober 2025 Veranstaltungsreihe zur deutschen Kolonialgeschichte und ihren Nachwirkungen

Im Oktober 2025 veranstaltet das Städtische Museum Münster eine Reihe von Veranstaltungen, die sich mit der deutschen Kolonialgeschichte und ihren bis heute spürbaren Folgen auseinandersetzen. Das Programm umfasst eine Sonderausstellung, Führungen sowie Studientage für Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen. Zudem können Besucherinnen und Besucher eine neue Präsentation zur Frühgeschichte der Luftfahrt besichtigen.

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Die Veranstaltungen fallen zeitlich mit den letzten Tagen einer Fotoausstellung von Pan Walther zusammen, die eine historische Pilgerfahrt dokumentiert – lange bevor der Massentourismus ihren Charakter veränderte.

Studientage und vertiefte Auseinandersetzung Am 8. und 9. Oktober 2025 haben Schulklassen die Möglichkeit, an Studientagen im "Themenraum Kolonialismus" teilzunehmen. Die Veranstaltungen beleuchten Deutschlands koloniale Vergangenheit zwischen 1884 und 1918, die Territorien in Afrika, dem Pazifik und China umfasste. Viele Menschen in Münster profitierten damals von der Ausbeutung in den Kolonien. Studierende der Universität Münster unterstützen die Veranstaltungen; eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich. Für Gruppenarbeiten und kreative Projekte steht ein benachbarter Arbeitsraum zur Verfügung, der per Telefon oder E-Mail gebucht werden kann.

Luftfahrtgeschichte und öffentliche Führungen Am 10. Oktober zeigt das Museum ein Foto vom ersten Jugendwettbewerb des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen im Deutschen Aero Club. Die Aufnahme ehrt Ferdinand Eimermacher, einen lokalen Pionier der Luftfahrt. Einen Tag später, am 11. Oktober, findet um 16 Uhr eine öffentliche Führung durch den "Themenraum Kolonialismus" statt (Eintritt: fünf Euro, ermäßigt drei Euro). Die Ausstellung selbst entstand in Zusammenarbeit mit 15 Kultur- und Bildungseinrichtungen und präsentiert Auftragsmalereien des Eine-Welt-Netz NRW, die sowohl historische als auch heutige Auswirkungen des Kolonialismus veranschaulichen.

Abschied von einer fotografischen Zeitreise Die Fotoausstellung "Pan Walther (1921–1987) – Sara-la-Kâli: Die Pilgerfahrt nach Saintes-Maries-de-la-Mer" endet am 12. Oktober. Walters Bilder halten die Pilgerfahrt in ihrer ursprünglichen Form fest – lange bevor sie zu einem Touristenmagneten wurde. Seine Faszination für das Ereignis begann in den 1950er-Jahren.

Weitere Ausstellungen und Projekte In Mannheim widmet sich das MARCHIVUM von März bis September 2026 mit der Ausstellung "Verstrickt. Kolonialismus und Mannheim" den lokalen Bezügen zur Kolonialzeit – anhand von Dokumenten und Biografien. In Berlin zeigt das Museum Treptow in seiner Dauerausstellung "zurückgeschaut | looking back" die "Erste Deutsche Kolonialausstellung" von 1896 und bietet Führungen sowie Stadtrundgänge zu Orten des kolonialen Gedächtnisses an.

Kolonialgeschichte erlebbar machen Die Münsteraner Veranstaltungen laden dazu ein, sich durch Kunst, Archive und Diskussion mit der Kolonialgeschichte auseinanderzusetzen. Der "Themenraum Kolonialismus" bleibt für Schulklassen und die Öffentlichkeit zugänglich, während die Walther-Ausstellung am 12. Oktober endet. Buchungen für den Arbeitsraum und weitere Informationen sind über die Kontaktdaten des Museums erhältlich.

Quelle