14 March 2026, 12:05

Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis für ihren Kampf um Demokratie in Belarus

Ein rotes und weißes Kissen mit der Aufschrift "Justiz für Belarus" auf einem weißen Hintergrund.

Spätverleihung des Karlspreises an belarussische Oppositionsfigur Kolesnikova - Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis für ihren Kampf um Demokratie in Belarus

Die belarussische Oppositionsführerin Maria Kolesnikowa ist mit dem renommierten Internationalen Karlspreis ausgezeichnet worden. Die feierliche Verleihung fand am Samstag im Krönungssaal von Aachen statt und würdigte ihren Einsatz für Demokratie in Belarus. Der seit 1950 jährlich verliehene Preis ehrt Persönlichkeiten, die sich um die europäische Einigung und Werte verdient gemacht haben.

Eigentlich war der diesjährige Preisträger der ehemalige EZB-Präsident und italienische Ministerpräsident Mario Draghi. Kolesnikowa erhielt die Auszeichnung für das Jahr 2022 im Rahmen einer nachgeholten Zeremonie – fast vier Jahre nach der Bekanntgabe.

Kolesnikowa war 2020 wegen ihrer Rolle bei den Massenprotesten gegen den autoritären Machthaber Belarus', Alexander Lukaschenko, inhaftiert worden. Ein Gericht verurteilte sie zu elf Jahren Haft in einer Strafkolonie. Erst im Dezember 2025 kam sie frei.

Nach ihrer Entlassung entschied sie sich zunächst gegen eine sofortige Ausreise, obwohl sie als ausgebildete Musikerin und Kulturmanagerin Chancen im Ausland gehabt hätte. Später nahm Deutschland sie auf; nun soll sie dort politisches Asyl erhalten.

Das Karlspreis-Komitee lobte ihren "außergewöhnlichen Mut" im Kampf für freie Wahlen und Menschenrechte. Zu den früheren Preisträgern zählen Papst Franziskus, Emmanuel Macron und Bill Clinton. Die Auszeichnung unterstreicht ihren Widerstand gegen Lukaschenkos Regime, das weiterhin Oppositionelle unterdrückt.

Seit Kolesnikowas Freilassung bleibt Belarus repressiv. Zwar gab es keine größeren Proteste mehr, doch der staatliche Terror hält an – etwa durch die Einstufung von Social-Media-Kanälen von Menschenrechtsgruppen als "extremistisch". International leitete der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) am 12. März 2026 vorläufige Ermittlungen zu mutmaßlichen Deportationen von Regimegegnern ein, die angeblich von hochrangigen Funktionären gebilligt wurden. Zwei Tage später folgte die Karlspreis-Verleihung an Kolesnikowa.

Der Preis lenkt die Aufmerksamkeit erneut auf die politische Lage in Belarus. Kolesnikowas Fall steht symbolisch für den Widerstand, während Lukaschenkos Regierung mit wachsender internationaler Kritik konfrontiert ist. Die Ermittlungen des IStGH und ihr Asyl in Deutschland markieren weitere Entwicklungen in der anhaltenden Krise.

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