Kölner Dom plant erstmals Eintrittsgeld – was bedeutet das für Besucher?
Noah AlbrechtEhemaliger Dom-Architekt kritisiert geplante Eintrittspreise für den Kölner Dom - Kölner Dom plant erstmals Eintrittsgeld – was bedeutet das für Besucher?
Kölner Dom könnte erstmals Eintrittsgeld erheben
Der Kölner Dom, eines der bekanntesten Wahrzeichen Deutschlands, könnte bald erstmals eine Eintrittsgebühr verlangen. Die historische Stätte, die jährlich rund sechs Millionen Besucher anzieht, ist derzeit noch kostenfrei zugänglich. Die Verantwortlichen planen, die Gebühr in der zweiten Jahreshälfte 2024 einzuführen – die genaue Höhe steht jedoch noch zur Debatte.
Der Dom, seit 1996 UNESCO-Weltkulturerbe, beherbergt die Reliquien der Heiligen Drei Könige und zählt zu den meistbesuchten katholischen Kirchen weltweit. Seine Bedeutung für die Stadt betonte die ehemalige Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner, die ihn als "unseren Dom" bezeichnete und seine tiefe kulturelle und religiöse Prägung hervorhob.
Schock-Werner sprach sich jedoch gegen die geplante Gebühr aus. Zwar erkenne sie den Bedarf an zusätzlichen Einnahmen an, warnte aber, dass Eintrittsgelder Besucher abschrecken und den Charakter des Doms als offene, einladende Stätte verändern könnten. Ihre Bedenken spiegeln eine größere Debatte in Deutschland wider: Wie lassen sich Denkmalschutz und öffentlicher Zugang in Einklang bringen?
In den vergangenen Jahren hat sich die Haltung zu Eintrittsgeldern an bedeutenden Sehenswürdigkeiten gewandelt. Als der Kölner Dom 2023 testweise Gebühren erhob, unterzeichneten über 100.000 Menschen Protestpetitionen. Doch angesichts steigender Finanzierungslücken wächst langsam die Akzeptanz. Eine Umfrage von 2025 zur Burg Neuschwanstein zeigte, dass 60 Prozent der Befragten höhere Eintrittspreise befürworten – viele mit Verweis auf den notwendigen Schutz historischer Bauwerke.
Die endgültige Entscheidung über die Höhe der Gebühr steht noch aus. Sollte sie kommen, wäre dies ein einschneidender Wandel für eine Stätte, die jahrhundertelang kostenfrei blieb. Der Schritt folgt einem bundesweiten Trend, bei dem Denkmalschutz und Besucherzugang zunehmend gegen wirtschaftliche Zwänge abgewogen werden.