IMK verschiebt Entscheidungen zu Pyrotechnik und Gewalt in Fußballstadien
Jana FuchsIMK verschiebt Entscheidungen zu Pyrotechnik und Gewalt in Fußballstadien
Die Innenministerkonferenz (IMK) hat beschlossen, vorerst keine neuen Maßnahmen gegen gewalttätige Ausschreitungen in Fußballstadien einzuführen. Pyrotechnik bleibt zwar ein großes Sicherheitsproblem, doch die bisherigen Bußgelder und Testphasen mit Detektoren haben sich als wirkungslos erwiesen. Das Thema soll nun auf der Herbstkonferenz erneut beraten werden.
Ein vertraulicher Bericht bezeichnete Pyrotechnik als eine der größten Sicherheitsherausforderungen in Fußballstadien. Ursprünglich hatte die IMK geplant, einen strengeren Vollzugsplan für das Pyrotechnik-Verbot vorzulegen. Doch der Entwurfsbeschluss sprach lediglich von einem „konstruktiven Austausch über die Ahndung von Verstößen“ – ohne konkrete Schritte.
An dieser Haltung hielt die IMK selbst nach den Vorfällen beim DFB-Pokalfinale im Mai fest. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul kritisierte den Schiedsrichter, weil dieser das Spiel trotz bengalischer Feuer auf dem Platz nicht abgebrochen hatte. Reul zeigte sich zudem frustriert über die zögerliche Bekämpfung von Fußballgewalt und bezeichnete die bisherigen Bemühungen als unzureichend.
Er forderte von den Vereinen entschlossenes Handeln, darunter schärfere Kontrollen, Durchsuchungen in den Ultra-Blöcken und eine bessere Videoüberwachung, um zu verhindern, dass Gegenstände über Zäune geworfen werden.
Die IMK vertagt weitere Entscheidungen bis zu ihrer Herbsttagung. Die Vereine könnten unter Druck geraten, ihre Sicherheitsvorkehrungen zu verstärken. Vorerst werden jedoch keine bundesweiten Neuregelungen gegen Pyrotechnik oder gewalttätige Ausschreitungen in Stadien eingeführt.






