Grüne Revolution: Wie Europas Luftfahrt CO₂-Emissionen bis 2050 halbieren will
Elias KrauseGrüne Revolution: Wie Europas Luftfahrt CO₂-Emissionen bis 2050 halbieren will
Europas Luft- und Raumfahrt setzt auf grüne Technologien, um Emissionen zu senken und die Nachhaltigkeit zu verbessern. Sowohl die Luftfahrt als auch die Raumfahrt stehen vor strengen neuen Vorgaben – die Europäische Kommission strebt an, die CO₂-Emissionen im Flugverkehr bis 2050 um 60 Prozent zu reduzieren. Forschungsinstitute wie das Fraunhofer ILT treiben nun Projekte voran, die diesen Wandel durch fortschrittliche Fertigungstechniken und sauberere Treibstoffe möglich machen sollen.
Das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik (ILT) in Aachen ist führend bei der Entwicklung neuer Produktionsverfahren für die Luft- und Raumfahrt. Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf dem Laser-Pulverbett-Schmelzen (LPBF), einer Technik, mit der komplexe, leichte und gleichzeitig hochfeste Bauteile hergestellt werden. Mit diesem Verfahren hat das Institut eine Bauteildichte von über 99,5 Prozent sowie eine Baugeschwindigkeit von mehr als 100 cm³ pro Stunde erreicht.
Darüber hinaus hat das Fraunhofer ILT spezielle Metallpulver entwickelt, die auf wasserstoffbasierte Antriebssysteme zugeschnitten sind. Diese Materialien sind so konzipiert, dass sie den extremen Bedingungen von grünem Wasserstoff und Biomethan standhalten – beides gilt als Treibstoff der Zukunft für emissionsfreies Fliegen. Die Arbeit des Instituts ist Teil des EU-geförderten Projekts ENLIGHTEN, das kostengünstige und umweltfreundliche Raketentriebwerke entwickeln soll.
Neben der Fertigungstechnik ist das Fraunhofer ILT an der Initiative TIRIKA beteiligt, die Wasserstoff als sauberen Energieträger für die Luftfahrt erforscht. Das Team nutzt Ökobilanzanalysen (LCA), um die Umweltauswirkungen der additiven Fertigung zu bewerten – mit dem Ergebnis, dass diese im Vergleich zu herkömmlichen Produktionsmethoden einen deutlich geringeren CO₂-Fußabdruck hinterlässt. Gleichzeitig arbeitet die EU an einem neuen Europäischen Weltraumgesetz (EUSL), das Nachhaltigkeitsregeln für Weltraumaktivitäten festlegen und sicherstellen soll, dass zukünftige Missionen mit den Klimazielen vereinbar sind.
Der Wandel hin zu einer grüneren Luft- und Raumfahrt hängt sowohl von Fortschritten bei Materialien als auch von regulatorischen Rahmenbedingungen ab. Die Arbeit des Fraunhofer ILT in den Bereichen additive Fertigung und Wasserstoffantriebe unterstützt die EU-Emissionsziele, während kommende Gesetze strengere Nachhaltigkeitsstandards durchsetzen werden. Gemeinsam könnten diese Bemühungen in den nächsten Jahrzehnten revolutionieren, wie Flugzeuge und Raketen gebaut und betrieben werden.






